1. Juni 2023 / Allgemeines

Satire-Website lässt motzenden Chatbot auf Nutzer los

Absurde oder bissige Antworten auf jede Frage: Die Satire-Website hat einen Chatbot entwickelt, der Nutzer anschnauzt, auslacht und niedermacht.

Das Logo von OpenAI, dem Hersteller von ChatGPT. «DeppGPT» greift bei seiner Arbeit auf die Technologie hinter ChatGPT zurück.
von dpa

Die Satire-Website «Der Postillion» springt auf den aktuellen Chatbot-Hype standesgemäß mit einem Programm auf, das bissige oder absurde Antworten liefert.

Die Macher preisen ihr «DeppGPT» als «die erste wirklich menschliche Sprach-KI» an: «Lassen Sie sich anschnauzen, auslachen und niedermachen, wie Sie es sonst nur von echten Menschen gewohnt sind.» Viele finden Spaß an der fiesen Art - nach der Veröffentlichung Anfang der Woche bewegte sich die Zahl der Interaktionen laut Chefredakteur Stefan Sichermann auf die Marke von einer halben Million zu.

Die Antworten von «DeppGPT» auf faktische Fragen sind dezidiert nicht hilfreich. Auf die Frage, wer aktuell Bundeskanzler ist, kann die Software etwa antworten, es sei Elmo aus der Sesamstraße oder «eine riesige Breze» aus Bayern. Höflich ist «DeppGPT» auch nicht gerade. Fragt man, wie man sein Aussehen verbessern könnte, kann die Antwort lauten: «Oh, das ist schwierig. Also zuallererst könntest du dir am besten eine Tüte über den Kopf ziehen.»

Seit Ende vergangenen Jahres sorgt vor allem der Chatbot ChatGPT des Start-ups OpenAI für Aufsehen, weil er auf dem Niveau eines Menschen kommunizieren kann. Die Software wurde dafür mit einer gewaltigen Menge an Daten trainiert. Sie bildet Sätze, indem sie Wort für Wort abschätzt, wie ein Satz weitergehen könnte. Ein Nachteil des Prinzips ist, dass das Programm kein Verständnis für die Inhalte hat: Deshalb kann es auch mit Überzeugung Informationen ausgeben, die völlig falsch sind. Der «Postillon» treibt das mit seinem Chatbot auf die Spitze.

«Ein manuelles Nachtrainieren war nicht notwendig»

«DeppGPT» greift bei seiner Arbeit auf die Technologie hinter ChatGPT über eine kostenpflichtige Schnittstelle zurück. Der «Postillon» nutzt zu den Nutzerfragen zusätzliche Anweisungen für das Antwortverhalten, um die fiesen oder sinnfreien Reaktionen aus der Schnittstelle zu erhalten. Dabei reiche das Standardmodell, «ein manuelles Nachtrainieren war nicht notwendig», erläuterte Sichermann. «Im Prinzip entscheidet die KI also selbst entsprechend ihres von uns erzeugten Charakters, was sie antwortet.»

Zu den Kosten für die Nutzung der Schnittstelle machte Sichermann keine Angaben. Aber der «Postillon» könne sie sich locker leisten.

Meist nach drei Fragen bricht «DeppGPT» die Unterhaltung ab und die Seite muss neu geladen werden. OpenAI führte einen solchen Stopp zuvor als Vorsichtsmaßnahme ein, um ein Abdriften von ChatGPT zu absurden Antworten zu verhindern. Der «Postillon» lässt die Nutzer getreu dem Charakter von «DeppGPT» wissen, dass es an ihnen liegen muss: «Denken Sie mal darüber nach. Selbst eine Maschine will nicht mit Ihnen reden!»


Bildnachweis: © Richard Drew/AP/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

Happe Gruppe eröffnet neue Fliesenfactory in Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Neue Ausstellung ab 30.04. in Gütersloh: Fliesenfactory der Happe Gruppe mit rund 300 qm Fläche, Aktionen und Eröffnung ab 10 Uhr.

weiterlesen...
Save the Date: Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Leseförderprojekt „Lies mit“ erreicht 20 Schulen im Kreis Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Bürgerstiftung unterstützt mit 30 000 Euro Projekt vom Zentrum für Bildung und Chancen

weiterlesen...

Neueste Artikel

Zwei Tote bei Absturz eines Kleinflugzeuges in Wohngebiet
Allgemeines

Ein Kleinflugzeug stürzt über einem Ort ab. Zwei Menschen aus dem Flugzeug sterben – am Boden liegen Trümmerteile.

weiterlesen...
Tierärztin will toten Wal vor dänischer Insel begutachten
Allgemeines

Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt. Ob es sich um den zuvor in Deutschland gestrandeten, als Timmy bekannten Wal handelt, bleibt unklar.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Zwei Tote bei Absturz eines Kleinflugzeuges in Wohngebiet
Allgemeines

Ein Kleinflugzeug stürzt über einem Ort ab. Zwei Menschen aus dem Flugzeug sterben – am Boden liegen Trümmerteile.

weiterlesen...
Tierärztin will toten Wal vor dänischer Insel begutachten
Allgemeines

Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt. Ob es sich um den zuvor in Deutschland gestrandeten, als Timmy bekannten Wal handelt, bleibt unklar.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner