Bei einem internationalen Schlag gegen Menschenhandel sind 4.414 mutmaßliche Opfer in Sicherheit gebracht worden. Dabei handelt es sich vor allem um Menschen, die bereits an einen anderen Ort verschleppt worden waren. In einigen Fällen konnte der Menschenhandel aber auch noch verhindert werden, wie die weltgrößte Polizeiorganisation Interpol mitteilte. Die Polizei nahm 3.744 Verdächtige fest. Knapp der Hälfte der Festgenommenen werfen die Behörden Menschenhandel oder den Schmuggel von Migranten vor. Die weiteren wurden zwar wegen anderer Vergehen geschnappt, doch weil sie die gleichen Netzwerke und Routen nutzten, wisse man, dass dadurch Schmuggel verhindert wurde, hieß es von Interpol. Menschenhandel müsse als Teil eines größeren Systems der organisierten Kriminalität betrachtet werden. Man sehe Überschneidungen etwa mit dem Drogenhandel, dem Waffenschmuggel oder Fälschungen. «Diese Netzwerke behandeln Menschen als Ware», warnte der Interpol-Direktor für organisiertes Verbrechen, David Caunter. Insgesamt 133 kriminelle Gruppen, die an Menschenhandel oder Schmuggel von Migranten beteiligt sind, seien bei der rund zweiwöchigen Aktion in 119 Ländern aufgespürt worden. Mehr als 720 Ermittlungen wurden eingeleitet. Die Botschaft ist laut Caunter: «Es gibt keinen sicheren Ort für diejenigen, die Menschen für Profit ausbeuten.» Interpol zufolge nimmt Menschenhandel global weiter zu, verändert sich aber. Noch immer sei es weit verbreitet, dass Menschen gehandelt würden, um sexuell ausgebeutet zu werden. Doch auch Zwangsarbeit und der Zwang zu kriminellen Tätigkeiten - vor allem in Zentren, die sich auf die Abzocke von Menschen im Internet spezialisieren - nähmen als Ziele von Menschenhandel klar zu. Bei der großangelegten Aktion stießen Einsatzkräfte zudem auf einen achtjährigen Jungen aus Mosambik, den Kriminelle versucht hatten zu kidnappen, um seine Organe zu entnehmen. Auch geografisch beobachten die Fachleute Veränderungen. Während früher viele Menschen aus afrikanischen Ländern ins Ausland geschmuggelt wurden, sehe man nun auch asiatische und südamerikanische Opfer von Menschenhandel in Afrika.Überschneidungen mit anderen Formen der Kriminalität
Zunahme von Zwangsarbeit und neue Routen
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Schlag gegen Menschenhandel: 4.400 mögliche Opfer gerettet
Sie werden verschleppt, um sie zur Arbeit zu zwingen und sexuell auszubeuten. Doch Tausende Opfer von Menschenhandel wurden nun gerettet.
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