In dem abgelegenen Ort Ginostra auf der italienischen Vulkaninsel Stromboli hat nach mehr als 20 Jahren wieder eine Schule geöffnet - für genau eine Schülerin. Die sechs Jahre alte Aysha wurde an ihrem ersten Schultag von ihrer künftigen Lehrerin empfangen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Eltern des Mädchens hatten sich zuvor für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs in dem kleinen Ort eingesetzt. Die Insel Stromboli liegt im Mittelmeer nördlich von Sizilien und gehört zu den Liparischen Inseln. Das Eiland ist vor allem für den gleichnamigen Vulkan bekannt. Der knapp 930 Meter hohe Stromboli bricht regelmäßig aus. Ginostra an der Westküste der Insel hat außerhalb der Urlaubssaison etwa 40 Einwohner und ist nur über den Seeweg erreichbar. Sogar zum Hauptort Stromboli muss man wegen fehlender Verbindung auf dem Land ein Schiff nehmen. Unterrichtet wird Aysha - die Tochter einer gebürtigen Strombolianerin und eines tunesischen Bauunternehmers - in einem Raum des lokalen Pfarrhauses, der dafür extra renoviert wurde, wie das Büro des Bürgermeisters der Gruppe der Liparischen Inseln, Riccardo Gullo, auf Nachfrage bestätigte. In einem Video des lokalen Nachrichtenportals «notiziarioisoleeolie.it» war zu sehen, wie Lehrerin Laura Mongi ihre Schülerin - ausgestattet mit Schulranzen und Schultüte - an der Hand in den Raum führt. Die erste Stunde der beiden habe dann unter dem Applaus einiger Inselbewohner begonnen. Die Wiederaufnahme des Schulbetriebs ist vor allem dem Einsatz der Eltern des Mädchens zu verdanken. Unterstützung erhielten sie auch von der Gemeinde. «Das ist ein großer Erfolg, nicht nur für uns, sondern für die gesamte Gemeinde der Liparischen Inseln und für ganz Ginostra», sagte Ayshas Mutter, Monica Abbate, der Zeitung «La Repubblica» bereits einige Wochen vor Schulbeginn. Viele Familien auf den kleinen Inseln der Inselgruppe sind von September bis Mai gezwungen, auf andere Inseln oder nach Sizilien zu ziehen, damit ihre Kinder die Schule besuchen können, wie Bürgermeister Gullo der Zeitung ebenfalls sagte. Er hoffe, die Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Ginostra könne ein erster Schritt sein, um den seit Jahren zu beobachtenden Bevölkerungsschwund auf den sieben bewohnten Inseln zu bremsen.Erste Stunde unter Applaus von Inselbewohnern
Liparische Inseln leiden unter Bevölkerungsschwund
Bildnachweis: © Carola Frentzen/dpa-tmn
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Schule auf Vulkaninsel Stromboli öffnet für nur ein Mädchen
Ein Klassenzimmer im Pfarrhaus, eine Lehrerin und kein einziger Mitschüler: Für ein sechsjähriges Mädchen beginnt auf Stromboli ein ganz besonderer Schulalltag.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
- 14. September 2026
Michaeliswoche 2026: Das erwartet euch in Gütersloh
Vom 25. September bis 4. Oktober bietet die Michaeliswoche in Gütersloh Kirmes, Straßenkunst und ein Familienprogramm.
- 24. September 2026
Straßenfiffi und verkaufsoffener Sonntag am 27. September in Gütersloh
Am 27. September 2026 bietet Gütersloh von 13 bis 18 Uhr Straßenkunst auf Berliner Platz und Kolbeplatz sowie einen verkaufsoffenen Sonntag.
- 21. September 2026
Publikumspreis für „changes“ am Theater Gütersloh
Das Stück „changes“ von Maja Zade erhielt den Publikumspreis in Gütersloh.
Neueste Artikel
- 12. Oktober 2026
Frankreich: 14-Jähriger schießt auf Schulleiter und Lehrerin
Nach den ersten Schüssen läuft der Schüler ein Stockwerk höher und feuert in Richtung einer Lehrkraft und auch in einer Klasse. Das Motiv ist noch vollkommen unklar.
- 12. Oktober 2026
Höhlenforscher auf Sardinien nach 27 Stunden gerettet
Ein Hangrutsch verschüttet den Eingang zu einer Höhle auf Sardinien. Ein Höhlenforscher sitzt in zehn Metern Tiefe fest. Nach schwierigen Bergungsarbeiten kann der Mann schließlich gerettet werden.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 12. Oktober 2026
Frankreich: 14-Jähriger schießt auf Schulleiter und Lehrerin
Nach den ersten Schüssen läuft der Schüler ein Stockwerk höher und feuert in Richtung einer Lehrkraft und auch in einer Klasse. Das Motiv ist noch vollkommen unklar.
- 12. Oktober 2026
Höhlenforscher auf Sardinien nach 27 Stunden gerettet
Ein Hangrutsch verschüttet den Eingang zu einer Höhle auf Sardinien. Ein Höhlenforscher sitzt in zehn Metern Tiefe fest. Nach schwierigen Bergungsarbeiten kann der Mann schließlich gerettet werden.






