Sexualisierte Chats, Treffen auf dem Rücksitz eines Autos, anzügliche Bilder auf dem Smartphone: Der ehemalige Vize-Bürgermeister von Lünen, Daniel Wolski, ist zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Bochumer Landgericht bestrafte den Politiker unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen sowie wegen Besitzes von Kinder- und Jugendpornografie. Der Angeklagte hatte in dem seit Ende März laufenden Prozess ein umfassendes Geständnis abgelegt. Damit wolle er sämtlichen betroffenen Opfern eine Aussage vor Gericht ersparen, hatte er über seine Verteidiger erklärt. Einige der jugendlichen Mädchen hatten dennoch im Prozess eine Zeugenaussage gemacht. Sie beschrieben darin, wie Wolski sie in verschiedenen sozialen Netzwerken angeschrieben und dazu gebracht hatte, sich gegen Bezahlung mit ihm zu treffen. «Die Chats machen uns teilweise sprachlos», sagte der Vorsitzende Richter Nils Feldhaus in der Urteilsbegründung. Wolski sei sehr manipulativ vorgegangen und habe die Jugendlichen massiv unter Druck gesetzt. In einigen Chats ist sogar davon die Rede, dass sich die Mädchen zugunsten des Angeklagten prostituieren könnten. Wolski hatte dazu im Prozess erklärt, es habe sich dabei aber um keine realen Vorstellungen gehandelt. Mit dem Urteil blieben die Richter knapp unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die drei Jahre und zehn Monate Haft gefordert hatte. Wolski selbst hatte bis zuletzt auf eine Bewährungsstrafe gehofft. Dafür hatte er im Laufe der Verhandlung auch jedem einzelnen Opfer einen Schmerzensgeld-Betrag zukommen lassen. Diesen sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich und auch das umfassende Geständnis werteten die Richter strafmildernd. Sie rieten dem Angeklagten aber dringend dazu, seine sexuelle Neigung zu präpubertären Jugendlichen mit professioneller Hilfe anzugehen. Unmittelbar nach dem Urteil entließen die Richter den Angeklagten vorerst aus der Untersuchungshaft. Nach über 200 Tagen ist der Ex-Politiker also erst einmal wieder ein freier Mann. Die Richter begründeten diese Entscheidung damit, dass nunmehr kein Haftgrund wie Flucht- oder Verdunkelungsgefahr mehr vorliege. Dazu sei die Strafe auch nicht hoch genug ausgefallen. Wolski wird den Rest der Haftstrafe nach der Rechtskraft des Urteils antreten müssen. Daniel Wolski hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Jahr 2023 sein Amt als stellvertretender Bürgermeister von Lünen niedergelegt. Gleichzeitig war er aus der SPD ausgetreten. «Das habe ich getan, um Schaden von der Partei abzuwenden», hatte er dazu im Prozess erklärt.Richter raten Wolski zu professioneller Hilfe
Entlassung aus Untersuchungshaft
Bildnachweis: © Bernd Thissen/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Sexueller Missbrauch: Haftstrafe für Ex-Vize-Bürgermeister
Sexueller Missbrauch und Besitz von Kinderpornografie: Der frühere Vize-Bürgermeister von Lünen ist in Bochum zu einer Haftstrafe verurteilt worden.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
- 9. Februar 2026
Gebr. Wiedey GmbH: Der richtige Ansprechpartner für Terrassendächer & moderne Lösungen rund ums Haus
Hier findest Du innovative Ideen rund um's Haus.
Für unsere Geschäftsstelle in Gütersloh suche wir ab sofort Verstärkung.
- 24. Februar 2026
Streik: kein Stadtbus-Verkehr am Freitag und Samstag
Eine Pressemitteilung der Stadtwerke Gütersloh
Neueste Artikel
Ein lauter Knall, ein Feuerblitz am Himmel, ein getroffenes Haus: Ein Meteorit sorgt für Aufregung. Viele Menschen wenden sich an die Behörden.
Ballon im Mund, Lachgas-Flasche zwischen den Füßen: Ein junger Fahrer verliert mitten im Nebel die Kontrolle über sein Fahrzeug. Drei Menschen sterben.
Weitere Artikel derselben Kategorie
Ein lauter Knall, ein Feuerblitz am Himmel, ein getroffenes Haus: Ein Meteorit sorgt für Aufregung. Viele Menschen wenden sich an die Behörden.
Ballon im Mund, Lachgas-Flasche zwischen den Füßen: Ein junger Fahrer verliert mitten im Nebel die Kontrolle über sein Fahrzeug. Drei Menschen sterben.






