Bei einer jährlichen Zählung des Naturschutzbundes (Nabu) sind in diesem Jahr so wenig Wintervögel gezählt worden wie noch nie. Mit im Schnitt 32 gesichteten Vögeln wurden pro Garten oder Park nach Nabu-Angaben noch nie seit Beginn der Zählung so wenige gemeldet wie diesmal – im Jahr 2011 waren es im Schnitt 45,8 Vögel. Das Prinzip der Zählung: Freiwillige zählen eine Stunde lang in Gärten und Parks die Vögel, die sie beobachten und melden diese Zahlen dem Nabu. Diesmal beteiligten sich bei der Aktion vom 9. bis zum 11. Januar 145.000 Menschen. «Über die vielen Jahre "Stunde der Wintervögel" lässt sich leider ein stetiger Abwärtstrend beobachten», sagt Naturschutz-Experte Julian Heiermann. «Damit reihen sich auch häufige Arten, wie Amseln, Meisen, Finken und Spatzen in den zunehmenden Schwund der Vogelbestände ein, wenn es auch hier nicht so dramatisch abwärts geht, wie das bei den Agrarvögeln der Fall ist.» Allerdings sind die Ergebnisse der Zählung mit Vorsicht zu genießen, da verschiedenste Faktoren das Ergebnis verzerren können. So erklärt der Nabu selbst, dass aufgrund der Kältewelle viele Teiche zugefroren waren und die Wasservögel eher an eisfreie Seen und Flüsse vertrieben. Auch dass etwa der Eichelhäher weniger gesehen worden sei, müsse keinen Rückgang bedeuten, da er möglicherweise genug Wintervorräte in den Wäldern angelegt habe. Der Statistik-Experte Walter Krämer von der TU Dortmund hält fest: «Eine Stunde Vogelzählen in der Wintersonne ist gesund und fördert das Naturverständnis, aber bitte ziehen Sie keine vorschnellen Schlüsse auf alle Wintervögel insgesamt.» In der Nabu-Zählung wurde der Haussperling – trotz eines Rückgangs von 15 Prozent – im Vergleich zum Vorjahr bundesweit am häufigsten gemeldet. Dahinter belegen Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling die Top-Platzierungen der am meisten gemeldeten Wintervögel.Die Statistik hat Tücken
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So wenig Wintervögel gezählt wie noch nie
Weniger Piepmätze in Gärten und Parks: Eine jährliche Zählaktion verzeichnet einen neuen Tiefstand bei Wintervögeln. Doch das Ergebnis ist mit Vorsicht zu genießen.
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