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Sprachtalente fördern

Sprachtalente fördern

In Deutschland ankommen, die Sprache lernen und einen Schulabschluss machen – das ist das Ziel der 31 geflüchteten oder aus dem Ausland zugezogenen Schülerinnen und Schüler der Elly-Heuss-Knapp-Schule. Sieben von ihnen sind besonders engagiert und haben im Deutschunterricht eine große Sprachbegabung bewiesen. Deshalb werden Izabela, Iyioghosa, Andrei, Viktor, Mirtya, Fadee und Martin durch das Projekt „Sprachförderung von begabten Flüchtlingen und neu zugereisten EU-Bürgern ohne deutsche Sprachkenntnisse“ gefördert. Bereits zum zweiten Mal unterstützt die Osthushenrich-Stiftung das Projekt mit einer Summe von 3000 Euro.

„Mein Lieblingsfach ist Mathe und ich möchte später IT-Spezialist werden. Denn mit Mathe kann man viel erreichen“, weiß der 16-jährige Andrei Dimon, der im Juli 2016 aus Rumänien nach Deutschland gekommen ist. Und auch für Izabela Atanasoska aus Mazedonien steht jetzt schon fest: „Ich möchte Erzieherin werden.“ Um diese Ziele zu verwirklichen sind fundierte Deutschkenntnisse für Andrei, Izabela  und ihre Mitschüler essentiell. Dabei hilft die externe Deutschlehrerin Silke Strothmann, die wöchentlich vier Unterrichtsstunden mit den sprachbegabten Mädchen und Jungen Deutsch lernt. „Ich bereite die Schüler auf das Sprachniveau B1 vor und bin sehr zufrieden mit der Entwicklung. Vor allem die Aussprache gelingt Ihnen wirklich gut“, weiß die Pädagogin. Durch die separate Kleingruppe könne sie mehr auf die Schülerinnen und Schüler eingehen und ihre Sprachkompetenzen individuell fördern.

Schulleiter Johannes Reckendress betont, welchen Stellenwert das Projekt für die Jugendlichen hat: „Durch die Sprachförderung sind die Schüler auf einem guten Weg einen Realschulabschluss bei uns zu bekommen.“ So können die sieben Mädchen und Jungen durch das Projekt bereits vollständig am Regelunterricht teilnehmen und verpassen keine Unterrichtszeit in den anderen Fächern. Von der Sprachförderung der Begabten profitieren jedoch auch die leistungsschwächeren Schüler, erläutert Silke von der Bey, Verantwortliche der Internationen Klassen: „Durch die Sprachförderung der begabten Schülerinnen und Schüler haben wir Lehrer auch mehr Kapazitäten für die schwächeren Schüler. Wir können mehr auf ihr Leistungsniveau eingehen.“

Geflüchtete oder zugezogene Mädchen und Jungen aus dem Ausland sind in der Elly-Heuss-Knapp-Schule nicht von den anderen Schülern isoliert, sondern nehmen von Anfang an auch am Regelunterricht teil. Gleichzeitig sind sie in sogenannten Internationalen Klassen, in denen sie je nach Sprachniveau separaten Deutschunterricht bekommen. Ziel ist es, Schritt für Schritt die Deutschkenntnisse der Schüler zu verbessern und die Deutschstunden zu reduzieren, um vollständig am Regelunterricht teilnehmen zu können.

BU: (hinten links) Johannes Reckendrees, Leiter der Elly-Heuss-Knapp-Schule, Silke von der Bey, Verantwortliche für die Internationalen Klassen, Deutschlehrerin Silke Strothmann, Dr. Burghard Lehmann, Geschäftsführer der Osthushenrich-Stiftung, und (vorne links) Andrei Dimon, Iyioghosa Oghagbon, Mirtya Dahoud, Izabela Atanasoska und Viktor Swasz freuen sich auf ein weiteres Jahr des Sprachprojekts. (nicht im Bild: Fadee Khasho und Martin Volonter)

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