1. September 2026 / Allgemeines

Sydney meldet wärmsten Winter seit Beginn der Messungen

Australien erlebt einen Winter der Rekorde: Sydney war so warm wie nie zuvor, drei Bundesstaaten meldeten ebenfalls Höchstwerte. Experten warnen vor Folgen für Ökosysteme - und den Wintersport.

In Sydney war dieser Winter wärmer als je zuvor. (Archivbild)
Veröffentlicht am 1. September 2026 um 12:37 Uhr von dpa

Während Europa einen extrem heißen Sommer hinter sich hat, meldet Australien gleichzeitig einen Winter mit Rekordtemperaturen: Die Bundesstaaten Victoria, News South Wales und Tasmanien hätten den wärmsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1910 erlebt, teilte das nationale Wetteramt BoM mit. Landesweit lag die Durchschnittstemperatur demnach 1,45 Grad über dem Mittel der Jahre 1961 bis 1990 – das ist der dritthöchste Wert für diese Jahreszeit überhaupt.

Besonders in Sydney an der Ostküste wurden oftmals fast frühlingshafte Temperaturen verzeichnet. Die Durchschnittstemperatur habe bei angenehmen 15,3 Grad gelegen, zitierte der australische «Guardian» den BoM-Klimatologen Simon Grainger. Der bisherige Rekord von 15 Grad stammt aus dem Jahr 2013. Auch Melbourne und die Hauptstadt Canberra verzeichneten außergewöhnlich hohe Werte.

Warmer Frühling erwartet

Nach Einschätzung des Wetterexperten dürften die überdurchschnittlichen Temperaturen auch im australischen Frühling anhalten, der jetzt beginnt. Für weite Teile des Landes werden ungewöhnlich hohe Tages- und Nachttemperaturen erwartet, wie Grainger sagte. Eine Rolle spiele dabei das sich verstärkende Klimaphänomen El Niño, das voraussichtlich im späten Frühling oder Sommer seinen Höhepunkt erreichen werde.

Die ungewöhnlich milden Temperaturen haben derweil Auswirkungen auf die Umwelt. Viele Ökosysteme und Tiere seien auf kühlere Temperaturen angewiesen, zitierte der «Guardian» die Klimawissenschaftlerin Sarah Perkins-Kirkpatrick von der Australian National University. 

Zudem habe die geringe Schneemenge Folgen für den Tourismus: Skigebiete in Victoria und New South Wales hätten in dieser Saison vorzeitig schließen müssen. «Schnee ist in Australien ziemlich selten, und wenn die Temperatur im Winter einfach um ein paar Grad steigt, liegen wir die meiste Zeit über dem Gefrierpunkt», sagte die Forscherin.


Bildnachweis: © Carola Frentzen/dpa
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