5. Juni 2026 / Allgemeines

Tod der elfjährigen Lyhanna erschüttert Frankreich

Der Tod des Mädchens sorgt in Frankreich für Entsetzen: Trotz mehrerer Anzeigen blieb der Verdächtige unbehelligt. Was Präsident Macron jetzt fordert.

Gendarmen in der Nähe des Leichenfundortes: Der Tod einer tagelang vermissten Elfjährigen sorgt in Frankreich für große Erschütterung.
von dpa

Im Fall der in Frankreich verschwundenen Elfjährigen, der bis auf Regierungsebene für Empörung sorgt, gibt es nun traurige Gewissheit. Bei der am Donnerstag in einem Getreidesilo in einer Ortschaft bei Toulouse entdeckten Kinderleiche handelt es sich um die seit einer Woche vermisste Lyhanna, teilte Staatsanwalt Olivier Naboulet nach einer Obduktion in einer Erklärung mit, aus der französische Medien zitierten. Zur Bestimmung der Todesursache seien weitere Untersuchungen nötig.

Ein 41 Jahre alter Mann und Vater einer Schulkameradin, der die Elfjährige am Freitag vergangener Woche mit dem Auto mitnahm, angeblich um das Kind auf dessen Bitte hin am Schwimmbad abzusetzen, befindet sich seit etlichen Tagen in Untersuchungshaft. Die Polizei verdächtigt ihn, etwas mit dem Schicksal des Mädchens zu tun zu haben.

Anzeigen und Ermittlungen gegen Tatverdächtigen

Wie sich herausstellte, gab es mehrere Anzeigen und Ermittlungsverfahren gegen den Mann wegen der Vergewaltigung von Minderjährigen, die die Justiz teils einstellte oder schleifen ließ. Seit der letzten Anzeige im August 2025 sei der Mann nicht einmal von der Polizei vernommen worden, berichtete die Zeitung «Le Figaro».

«Es ist offensichtlich, dass es hier ein Versagen gibt, und wir können nicht übersehen, dass Schwachstellen zutage getreten sind; diese müssen geklärt werden (...) ebenso wie die Verantwortlichkeiten, die hier eine Rolle spielen», sagte Präsident Emmanuel Macron. Am Vortag bereits hatte Justizminister Gérald Darmanin gesagt, der Umgang der Justiz mit den Hinweisen auf den Verdächtigen sei «völlig inakzeptabel», es handele sich um ein «Versagen».

In Frankreich ist das Schicksal des Mädchens inzwischen zum Nachrichtenthema Nummer eins geworden und viele Menschen und Politiker haben sich erschüttert geäußert, dass die Justiz den Schutz von Kindern in der Praxis anscheinend nicht gewährleisten kann.


Bildnachweis: © Ed Jones/AFP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

„Ich genieße jeden Tag“
Stadt Gütersloh

Dienstjubilare der Stadt Gütersloh werden im Flussbetthotel geehrt.

weiterlesen...
Strömung reißt drei Menschen in Österreich in den Tod
Allgemeines

Ein Badeausflug endet für Vater, Sohn und einen Bekannten tragisch. Das Trio hat offenbar die tödliche Kraft einer Wasserwalze unterschätzt. Der Rettungsversuch eines Augenzeugen scheiterte.

weiterlesen...
Kreis Gütersloh: Nur 9 Prozent der Wohnungen sind wirklich fit fürs Alter
lokalnachrichten kreis gütersloh

Bald gehen 58.800 Menschen im Kreis in Rente. Doch in den meisten Wohnungen lässt sich kaum alt werden, zeigt eine neue Studie.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Zweitgrößter Waldbrand Spaniens - Sánchez fordert Klimapakt
Allgemeines

Der Waldbrand nordöstlich von Madrid ist bereits der zweitgrößte der jüngeren Geschichte Spaniens. Die zerstörte Fläche wird von Tag zu Tag größer. Doch die Behörden sind inzwischen optimistisch.

weiterlesen...
Online-Trading-Betrug: Opfer investieren über eine Million
Allgemeines

24 Menschen aus ganz Deutschland sollen Geld in vermeintliche Online-Trading-Plattformen investiert haben. Doch Gewinne wurden nie ausgezahlt. Was die Ermittler einer Frau aus Schweden vorwerfen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Zweitgrößter Waldbrand Spaniens - Sánchez fordert Klimapakt
Allgemeines

Der Waldbrand nordöstlich von Madrid ist bereits der zweitgrößte der jüngeren Geschichte Spaniens. Die zerstörte Fläche wird von Tag zu Tag größer. Doch die Behörden sind inzwischen optimistisch.

weiterlesen...
Online-Trading-Betrug: Opfer investieren über eine Million
Allgemeines

24 Menschen aus ganz Deutschland sollen Geld in vermeintliche Online-Trading-Plattformen investiert haben. Doch Gewinne wurden nie ausgezahlt. Was die Ermittler einer Frau aus Schweden vorwerfen.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner