15. November 2023 / Allgemeines

UN-Experten warnen vor Sandstürmen: «Unterschätztes Problem»

Sandstürme sind aus europäischer Perspektive weit weg. Das Phänomen hat aber globale Auswirkungen. Ein UN-Experte sagt: Das Problem kann durch Menschen verstärkt, aber auch bekämpft werden.

Sandstürme werden UN-Experten zufolge als Katastrophenrisiko unterschätzt.
von dpa

UN-Experten haben vor den Gefahren durch Sand- und Staubstürme gewarnt. Diese seien ein unterschätztes Problem, das in Teilen der Welt mittlerweile dramatisch häufiger auftrete, teilte die UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) mit Sitz in Bonn am Mittwoch mit. Ein gewichtiger Teil des Problems sei auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen, es brauche globale und regionale politische Antworten.

Sandstürme verursachten in Nord- und Zentralasien bis nach Afrika verheerende Schäden, hieß es. In den betroffenen Gebieten würde Boden abgetragen, es gebe Ernteausfälle. Neben den so verursachten wirtschaftlichen Folgen kann es laut den UNCCD-Experten auch gesundheitliche Probleme etwa durch Atemwegserkrankungen geben. Zwar gebe es begrenzte Vorteile - die Sandstürme beförderten auch Bodennährstoffe, von denen andere Gebiete profitierten - diese wögen die Schäden aber bei weitem nicht auf.

Die Auswirkungen des Phänomens gehen laut UNCCD außerdem weit über die Ursprungsregionen hinaus: Weltweit gelangten Schätzungen zufolge jährlich zwei Milliarden Tonnen Sand und Staub in die Atmosphäre. Eine Hauptquelle liegt mit dem Aralsee in Zentralasien: Mehr als 100 Millionen Tonnen Staub und giftige Salze würden dort pro Jahr aufgewirbelt. Die UNCCD tagt noch bis Freitag im usbekischen Samarkand.

Langfristige Auswirkungen nur begrenzt dokumentiert

Dass das Phänomen in Teilen der Welt als Katastrophenrisiko unterschätzt wird, liegt laut UNCCD-Experten wahrscheinlich daran, dass es in vielen Fällen nicht zu unmittelbaren Todesfällen kommt. Die langfristigen gesundheitlichen, aber auch wirtschaftlichen und weiteren Auswirkungen seien wiederum nur begrenzt dokumentiert. Das Problem wird laut UNCCD-Experten durch falsche Land- und Wassernutzung, Dürren und Klimawandel verschärft.

«Doch so wie Sand- und Staubstürme durch menschliche Aktivitäten verstärkt werden, können sie durch menschliches Handeln auch reduziert werden», wird UNCCD-Exekutivsekretär Ibrahim Thiaw in einer Mitteilung zitiert. Konkret soll sinnvolle Nutzung von Boden und Wasser für mehr Vegetation sorgen und Böden schützen. Außerdem brauche es ein Monitoring- und Frühwarnsystem.


Bildnachweis: © Nabil Al-Jurani/AP/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

Happe Gruppe eröffnet neue Fliesenfactory in Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Neue Ausstellung ab 30.04. in Gütersloh: Fliesenfactory der Happe Gruppe mit rund 300 qm Fläche, Aktionen und Eröffnung ab 10 Uhr.

weiterlesen...
Save the Date: Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Stellenausschreibung Mitarbeiter/in Buchhaltung & Verwaltung (m/w/d)
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Für unser Team in Gütersloh und Bielefeld suchen wir ab sofort Verstärkung.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Wettlauf gegen die Zeit - Per Hand nach Vermissten gesucht
Allgemeines

Nach dem Hauseinsturz in Görlitz bleibt die Lage angespannt: Noch immer werden drei Menschen vermisst, während Gas austritt. Die Suche ist herausfordernd. Die Hoffnung ist da, aber schwindet.

weiterlesen...
Dänemark will Buckelwal doch obduzieren
Allgemeines

Zwei Wochen nach seinem Transport Richtung Nordsee wurde der als «Timmy» bekannte Buckelwal tot vor der dänischen Insel Anholt entdeckt. Der Kadaver soll nun wissenschaftlich untersucht werden.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Wettlauf gegen die Zeit - Per Hand nach Vermissten gesucht
Allgemeines

Nach dem Hauseinsturz in Görlitz bleibt die Lage angespannt: Noch immer werden drei Menschen vermisst, während Gas austritt. Die Suche ist herausfordernd. Die Hoffnung ist da, aber schwindet.

weiterlesen...
Dänemark will Buckelwal doch obduzieren
Allgemeines

Zwei Wochen nach seinem Transport Richtung Nordsee wurde der als «Timmy» bekannte Buckelwal tot vor der dänischen Insel Anholt entdeckt. Der Kadaver soll nun wissenschaftlich untersucht werden.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner