23. Februar 2026 / Allgemeines

Virus tötet 72 Tiger - Kritik an Thailands Erlebnisparks

Massensterben hinter Gittern: Ein Virus tötet Dutzende Raubkatzen in Chiang Mai – nun wächst der Druck auf die Betreiber der Tiger-Streichelzoos. Wie konnte sich der Erreger so rasant ausbreiten?

Innerhalb weniger Wochen starben in Nordthailand Dutzende Tiger - offenbar an einem Virus. (Archivbild)
Veröffentlicht am 23. Februar 2026 um 08:10 Uhr von dpa

In zwei privaten Tigeranlagen in Nordthailand sind innerhalb weniger Wochen 72 Raubkatzen offenbar infolge eines Virusausbruchs verendet. Es handelt sich Medienberichten zufolge um das größte dokumentierte Massensterben in einer solchen Einrichtung in Thailand. Die Tragödie löste eine neue Debatte über Tiger-Erlebnisparks und die Bedingungen in solchen Einrichtungen aus. Tierschützer kritisieren schon seit Jahren «Streichelzoos», in denen Besucher gegen Gebühr mit Großkatzen posieren oder sie berühren können. «Diese Tiger starben so, wie sie gelebt haben – in Elend, Gefangenschaft und Angst», teilte die Tierrechtsorganisation Peta mit. «Es ist an der Zeit, dass die thailändische Regierung diese Betriebe endgültig schließt», forderte Jason Baker, Präsident von Peta Asien.

War das Futter verantwortlich?

Die Tiger lebten in Parks des touristischen Anbieters Tiger Kingdom in der Provinz Chiang Mai. Insgesamt wurden dort 246 Tiere gehalten. Bis zum 18. Februar starben nach Behördenangaben 72 Tiger. Einige Veterinäre äußerten die Vermutung, dass kontaminiertes Futter – darunter rohes Hühnerfleisch – eine Rolle gespielt haben könnte.

Nach Angaben der regionalen Verwaltungsbehörde breitete sich die Erkrankung seit Anfang Februar in mehreren Gehegen aus. Um welches Virus es sich handelte, ist noch unklar. Erste Untersuchungen ergaben mögliche Infektionen mit dem Felinen Parvovirus (FPV), einer hochansteckenden Krankheit, die oft tödliche Verläufe verursacht. Mittlerweile sprechen die Behörden jedoch auch vom ebenfalls tödlichen Caninen Staupevirus (CDV). Die endgültige virologische Analyse läuft noch.

Hohe Tigerdichte und Inzucht

Die betroffenen Anlagen wurden für 14 Tage geschlossen und unter Quarantäne gestellt. Die Gehege wurden desinfiziert und die Kadaver verbrannt. Gleichzeitig überwachen die Gesundheitsbehörden mehr als 100 Personen, die zwischen dem 8. und 19. Februar engen Kontakt mit Tigern in den Parks hatten. Bisher wurden keine Krankheitssymptome festgestellt. Nach offiziellen Angaben sind die nachgewiesenen Infektionen nicht auf Menschen übertragbar. 

Experten wiesen darauf hin, dass sich solche Erreger in Einrichtungen mit hoher Tierdichte rasant ausbreiten könnten. Auch könnte Inzucht das Immunsystem der Raubtiere geschwächt haben, zitierten Medien Fachleute. «Tiger Kingdom ist ein gewinnorientierter Betrieb, der Tiger ausbeutet», betonte Peta. Die Tiere verbrächten ihr Leben eingesperrt und angekettet, nur um für Fotos posieren zu müssen. «Viele wirken dabei so unnatürlich zahm, dass ernsthafte Fragen aufkommen, ob sie unter Drogen gesetzt wurden», sagte Baker.


Bildnachweis: © Carola Frentzen/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

Michaeliswoche 2026: Das erwartet euch in Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Vom 25. September bis 4. Oktober bietet die Michaeliswoche in Gütersloh Kirmes, Straßenkunst und ein Familienprogramm.

weiterlesen...
Straßenfiffi und verkaufsoffener Sonntag am 27. September in Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Am 27. September 2026 bietet Gütersloh von 13 bis 18 Uhr Straßenkunst auf Berliner Platz und Kolbeplatz sowie einen verkaufsoffenen Sonntag.

weiterlesen...
Publikumspreis für „changes“ am Theater Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Das Stück „changes“ von Maja Zade erhielt den Publikumspreis in Gütersloh.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Schweres Erdbeben erschüttert Panama - Tsunami-Warnung
Allgemeines

Ein schweres Erdbeben in Panama könnte gefährliche Wellen an mehreren Küsten Mittel- und Südamerikas auslösen. Es wurden schon erste Schäden gemeldet - Präsident Mulino ruft zur Ruhe auf.

weiterlesen...
Nicht geknackt: 120 Millionen Euro bleiben im Eurojackpot
Allgemeines

Um 120 Millionen Euro ging es bei der Lotterie Eurojackpot - die größtmögliche Gewinnsumme für Lotteriespieler in Deutschland. Doch wieder hat niemand die richtigen Zahlen getippt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Schweres Erdbeben erschüttert Panama - Tsunami-Warnung
Allgemeines

Ein schweres Erdbeben in Panama könnte gefährliche Wellen an mehreren Küsten Mittel- und Südamerikas auslösen. Es wurden schon erste Schäden gemeldet - Präsident Mulino ruft zur Ruhe auf.

weiterlesen...
Nicht geknackt: 120 Millionen Euro bleiben im Eurojackpot
Allgemeines

Um 120 Millionen Euro ging es bei der Lotterie Eurojackpot - die größtmögliche Gewinnsumme für Lotteriespieler in Deutschland. Doch wieder hat niemand die richtigen Zahlen getippt.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner