Da schippert er ein letztes Mal in diesem Jahr über die Fließe des Spreewaldes - der gelbe Kahn für die Postzustellung. Ein letztes Mal stakt Andrea Bunar mit dem Kahn durch das Gewässernetz, um Briefe und Pakete zu ihren Adressaten zu bringen. «Die größten Pakete, die ich dieses Jahr dabeihatte, waren Kleinmöbel für einen Umzug nach Lehde, ein Rasenmäher und eine kleine Tiefkühltruhe», erzählt die 54-Jährige. «Manchmal sah mein Kahn aus wie ein kleines Containerschiff.» Die traditionelle Spreewaldkahnzustellung ist bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt. Ab sofort übernimmt wieder ein Elektrotransporter die Zustellung – soweit das auf dem wasserreichen Wegenetz bei Lübbenau südöstlich von Berlin überhaupt möglich ist. Für Bunar bedeutet das: längere Fußwege zu den 65 Haushalten ohne Straßenanbindung. Während der Saison lieferte sie wöchentlich etwa 600 Briefe und rund 80 Pakete und Päckchen aus – an Privathaushalte, Hotels und Gaststätten. Insgesamt legte sie dabei rund 15.000 Kilometer zurück – ausschließlich mit Muskelkraft. Die Postzustellung per Kahn hat im Spreewald eine lange Tradition. Die Post spricht von etwa 130 Jahren. Der Kahn fährt ohne Motor - emissionsfrei und leise. Für gewöhnlich beginnt die Saison etwa im April und endet im Oktober.
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Vom Brief bis zum Kühlschrank - Postkahn geht in Winterpause
Er ist eine der Besonderheiten des Spreewaldes: Der Kahn zur Postzustellung. Mit den sinkenden Temperaturen geht auch das gelbe Boot in eine längere Winterruhe.
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