5. Juli 2025 / Allgemeines

Waldbrände im Osten: Brandgeruch bis nach Berlin

Seit Tagen kämpfen Hunderte Einsatzkräfte gegen die Brände in den Wäldern von Thüringen und Sachsen. In der Gohrischheide hat der Wind nach Brandenburg gedreht - mit Auswirkungen bis nach Berlin.

Ein Löschhubschrauber der Bundespolizei fliegt über dem Zeithainer Tagebau und nimmt Wasser auf, um den Waldbrand Gohrischheide zu bekämpfen.
Veröffentlicht am 5. Juli 2025 um 22:17 Uhr von dpa

Die Feuerwehr kämpft weiter gegen den Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg sowie das Feuer auf der Saalfelder Höhe in Thüringen.

650 Löschkräfte in der Gohrischheide

Zur Lage in der Gohrischheide teilte das Landratsamt Meißen mit: Je nach Brandherd sei die Lage stabil oder auch dynamisch. Tagsüber waren am Samstag rund 650 Kräfte an den Löscharbeiten beteiligt. Vier Löschhubschrauber und zwei Wasserwerfer wurden eingesetzt. Aus Sachsen-Anhalt wurden Spezialisten für die Bekämpfung von Vegetationsbränden angefordert.

Nachdem der Wind gedreht hatte, war der Brand sogar im Süden Berlins zu riechen. Die Feuerwehren hätten entsprechende Hinweise über die Warnapps Nina und Mowas herausgegeben. 

Nach Angaben des Landratsamtes in Meißen sind die Einsatzkräfte in Brandenburg darauf vorbereitet, dass das Feuer auch auf ihrem Gebiet wieder aufflammen könnte. Nach dem Ausbruch am Dienstag hatte sich der Waldbrand zeitweilig auch über die Landesgrenze ausgeweitet.

Über das Ausmaß des Waldbrandes hatte es in den vergangenen Tagen unterschiedliche Angaben gegeben. Das Landratsamt berichtete am Donnerstag von 200 Hektar. Nach Angaben von Feuerwehrleuten vor Ort umfasste der Brand jedoch eine Fläche von rund 1.000 Hektar. 

In Thüringen noch keine Entwarnung

Beim Waldbrand auf der Saalfelder Höhe in Thüringen gibt es ebenfalls keine Entwarnung. Aufkommende Winde fachen die Glutnester immer wieder an, wie Kreisbrandinspektor Christian Patze sagte. Die Löschwasserversorgung sei ein Dauerthema. «In Gänze kann man sagen: Es gelingt uns. Aber es gibt auch Phasen, wo Probleme auftreten.» 

Der Personaleinsatz ist immens: Am Nachmittag waren laut Landkreis etwa 660 Einsatzkräfte und 85 Fahrzeuge vor Ort. Etwa 20 Kilometer Schlauchleitungen seien verlegt worden. Auch Landwirte helfen demnach mit Traktoren und Wasseranhängern beim Befüllen der Löschteiche. Ziel derzeit sei es, die Lage zu halten und das Ausbreiten des Feuers zu verhindern, hieß es aus dem Landkreis. 

Ministerpräsident dankt Einsatzkräften

Unterdessen reiste Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) in das Brandgebiet. In der Einsatzzentrale dankte er den Helfern für ihre Leistung in den vergangenen Tagen. «Das ist ein großes Teamspiel.» Das Feuer war am Mittwoch nahe des Saalfelder Ortsteils Gösselsdorf aus bislang unbekannter Ursache ausgebrochen und hatte sich schließlich auf eine Fläche von mindestens 250 Hektar ausgebreitet. Der Katastrophenfall wurde ausgerufen.

Waldbrand in Sachsen-Anhalt

Unterdessen hat auch in Sachsen-Anhalt ein Waldbrand einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Nach Angaben des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Andreas Hafermalz waren rund 150 Einsatzkräfte sowie ein Hubschrauber der Bundespolizei im Zerbster Ortsteil Jütrichau vor Ort.

Der Brand führte zu starker Rauchentwicklung. Die Ursache für das Feuer ist noch unklar. Die Bundesstraße 184 wurde vollständig gesperrt, ebenso die angrenzende Bahnstrecke zwischen Dessau und Magdeburg. Die Lage gilt inzwischen als stabil.


Bildnachweis: © Daniel Wagner/dpa
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