3. Dezember 2021 / Allgemeines

«Wellenbrecher» ist das «Wort des Jahres» 2021

Ein ermutigender Begriff in schweren Zeiten: Mitten im Kampf gegen die vierte Welle des Corona-Virus setzt die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache auf die Hoffnung.

Wellenbrecher vor dem Leuchtturm Seaham in der Grafschaft County Durham in Großbritannien.
Veröffentlicht am 3. Dezember 2021 um 15:05 Uhr von Bernd Glebe, dpa

Die Corona-Pandemie bestimmt die Wahl zum «Wort des Jahres» 2021. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) kürte den Begriff «Wellenbrecher». Das aus dem Küstenschutz und Schiffbau bekannte Wort werde als Sammelbegriff für alle Schutzmaßnahmen benutzt, um die vierte Corona-Welle zu brechen, erklärte der GfdS-Vorsitzende Peter Schlobinski am Freitag in Wiesbaden die Entscheidung.

Mit «Wellenbrecher» sei auch eine positive Perspektive und eine kleine Ermutigung verbunden, in Zukunft Corona-Wellen zu brechen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Deshalb habe sich die Jury nach intensiven Diskussionen auch gegen die Begriffe «Booster» und «Impfpflicht» als Wort des Jahres entschieden, sagte der Sprachwissenschaftler.

Die Pandemie dominierte die Auwahl

Zehn Begriffe umfasst die Liste der Gesellschaft für deutsche Sprache. Bei der Aktion werden regelmäßig Wörter und Wendungen ausgewählt, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Über 2000 Vorschläge waren in diesem Jahr für die Wahl eingegangen. Dazu werden auch die Berichte in Zeitungen des gesamten Jahres ausgewertet.

Die Corona-Pandemie sei dabei das alles dominierende Thema gewesen, berichtete Schlobinski. Sieben der zehn Begriffe auf der Hitliste der Sprachwissenschaftler befassen sich mit der Pandemie. Diese Entwicklung zeigte sich bereits im vergangenen Jahr, als «Corona-Pandemie» zum «Wort des Jahres» gekürt worden war.

Auf dem zweiten Platz landete «SolidAHRität». Das Wort bezieht sich auf die Hilfsaktionen im Ahrtal nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen. Der Begriff ist eine Wortkreuzung aus Solidarität sowie dem Flussnamen Ahr und war ursprünglich der Name einer Hilfsaktion für hochwassergeschädigte Winzer. Er stehe aber kennzeichnend für die große Hilfsbereitschaft für die Menschen in der Region, erklärte der Vorsitzende.

Die Impfpflicht landet auf Platz vier

Auf Platz drei kam der Begriff «Pflexit», der den Angaben zufolge auf den Pflegenotstand hinweist. Er ist eine Wortkreuzung nach den Vorbildern «Brexit» oder «Grexit». «Pflexit» stehe für den Pflegeausstieg, da Pflegekräfte immer öfter wegen harter Arbeitsbedingungen oder schlechter Bezahlung ihren Beruf verlassen.

Auf Platz vier setzten die Sprachwissenschaftler die intensiv in der Bevölkerung diskutierte «Impfpflicht». Nach dem Machtwechsel nach der Bundestagswahl und dem neuen Regierungsbündnis von SPD, FDP und Grünen sei auch das Wort «Ampelparteien» sprunghaft in der Häufigkeit seiner Verwendung angestiegen, berichtete die Gesellschaft für deutsche Sprache.

Das Wort «Lockdown-Kinder» soll auf die Probleme von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie mit Online-Unterricht, der Beschränkung sozialer Kontakte sowie der Zunahme häuslicher Gewalt aufmerksam machen. Der «Booster», der die Corona-Auffrischungsimpfung beinhaltet, auf Platz sieben sei ein weiteres typisches Pandemiewort des Jahres 2021 genauso wie das neue Verb «freitesten» auf Platz acht.

Das Wort «Triell» als ein Duell zu dritt sei im Bundestagswahlkampf durch die von drei Spitzenkandidaten der Parteien ausgetragenen Fernsehdebatten populär geworden. Die Wortgruppe «fünf nach zwölf» auf Platz zehn stehe als ein beliebt gewordener Ausdruck für besonders dringenden Handlungsbedarf etwa in der Klimapolitik oder bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.


Bildnachweis: © Owen Humphreys/PA Wire/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

Michaeliswoche 2026: Das erwartet euch in Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Vom 25. September bis 4. Oktober bietet die Michaeliswoche in Gütersloh Kirmes, Straßenkunst und ein Familienprogramm.

weiterlesen...
Straßenfiffi und verkaufsoffener Sonntag am 27. September in Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Am 27. September 2026 bietet Gütersloh von 13 bis 18 Uhr Straßenkunst auf Berliner Platz und Kolbeplatz sowie einen verkaufsoffenen Sonntag.

weiterlesen...
Publikumspreis für „changes“ am Theater Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Das Stück „changes“ von Maja Zade erhielt den Publikumspreis in Gütersloh.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Neue Suche im Fall der vermissten Kerstin Lee Langley
Allgemeines

Nachdem die Polizei am Freitag in der Oberpfalz menschliche Überreste ausgegraben hat, startete sie nun erneut eine Suche.

weiterlesen...
Frankreich: 14-Jähriger schießt auf Schulleiter und Lehrerin
Allgemeines

Nach den ersten Schüssen läuft der Schüler ein Stockwerk höher und feuert in Richtung einer Lehrkraft und auch in einer Klasse. Das Motiv ist noch vollkommen unklar.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Neue Suche im Fall der vermissten Kerstin Lee Langley
Allgemeines

Nachdem die Polizei am Freitag in der Oberpfalz menschliche Überreste ausgegraben hat, startete sie nun erneut eine Suche.

weiterlesen...
Frankreich: 14-Jähriger schießt auf Schulleiter und Lehrerin
Allgemeines

Nach den ersten Schüssen läuft der Schüler ein Stockwerk höher und feuert in Richtung einer Lehrkraft und auch in einer Klasse. Das Motiv ist noch vollkommen unklar.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner