10. Februar 2026 / Allgemeines

Weltweit fünftwärmster Januar der Geschichte

Teile Deutschlands hatten im Januar mit Schnee und Eis zu kämpfen. Doch weltweit war der erste Monat des Jahres der fünftwärmste seit Beginn der Messungen.

Waldbrände bei Sonnenaufgang in der Nähe von Lirquen in Chile.
Veröffentlicht am 10. Februar 2026 um 04:00 Uhr von dpa

Auch wenn weite Teile der Nordhalbkugel eine Kältewelle erlebten, so war der vergangene Monat weltweit der fünftwärmste bisher gemessene Januar. Die Durchschnittstemperatur lag bei 12,95 Grad Celsius, wie der EU-Klimawandeldienst Copernicus in Bonn mitteilte. Das waren 0,51 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. Der bisher wärmste Januar war der von 2025 - da lag die Temperatur 0,28 Grad über dem Januar 2026.

Blickt man nur auf Europa, ergibt sich ein anderes Bild: Dort war der Januar der kälteste seit 2010, bei einer Durchschnittstemperatur von -2,34 Grad Celsius - 1,63 Grad kälter als im Durchschnitt von 1991 bis 2020. Auch andere Regionen der Nordhalbkugel waren von extremer Kälte betroffen, so gab es Ende Januar schwere Schneestürme in den USA. 

Dies wurde aber in der Statistik für den Gesamtplaneten durch Rekordhitze auf der Südhalbkugel mehr als ausgeglichen. So gab es intensive Brände etwa in Australien und Chile und schwere Überschwemmungen im südlichen Afrika. 

Extreme Kälte und extreme Hitze 

«Der Januar 2026 war eine eindringliche Erinnerung daran, dass das Klimasystem gleichzeitig sehr kaltes Wetter in einer Region und extreme Hitze in einer anderen hervorbringen kann», sagte Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage. Dies zeige, wie wichtig Anpassung an zunehmende Extreme sei, um die Gesellschaft auf erhöhte Klimarisiken vorzubereiten. 

Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur betrug im Januar 20,68 Grad und war damit die vierthöchste für diesen Monat - sie lag 0,29 Grad unter dem Rekord vom Januar 2024. Rekordwerte verzeichneten allerdings Teile des Nordatlaniks, einschließlich der Norwegischen See. 

In der Arktis lag die durchschnittliche Meereseisausdehnung im Januar sechs Prozent unter dem Durchschnitt. Dies sei der drittniedrigste Wert für diesen Monat, so Copernicus. In West-, Süd- und Osteuropa war der Januar nasser als üblich. Starke Niederschläge führten zu Überschwemmungen und erheblichen Schäden, unter anderem in Italien, im westlichen Balkan und in Großbritannien.

Der Klimawandeldienst Copernicus der Europäischen Union veröffentlicht regelmäßig Daten zur Temperatur an der Erdoberfläche, zur Meereisdecke und zu Niederschlägen. Die Erkenntnisse beruhen auf computergenerierten Analysen, in die Milliarden von Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen auf der ganzen Welt einfließen.


Bildnachweis: © Javier Torres/AP/dpa
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