9. Juni 2022 / Allgemeines

WHO fordert Prüfung von Laborthese zum Virus-Ursprung

Die Suche nach dem Coronavirus-Ursprung ist zäh. China fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Ein reiner Wissenschaftsrat sollte helfen. Dort verhindern aber China, Russland und Brasilien Konsens.

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) (orange), das aus der Oberfläche von im Labor kultivierten Zellen (grau) austritt. Die Probe wurde von einem Patienten in den USA isoliert.
von dpa

Auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus Sars-CoV-2 muss nach Meinung eines neuen Expertenrates auch die Möglichkeit eines Entweichens aus einem Labor untersucht werden.

Das hat der unabhängige Expertenrat (SAGO) in Genf empfohlen, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Oktober 2021 ins Leben rief. Mitglied ist auch der Berliner Virenforscher Christian Drosten.

In Wuhan in China, wo Ende 2019 die ersten Sars-CoV-2-Fälle auftauchten, wird an Coronaviren geforscht. Zu den nötigen Untersuchungen gehöre eine «Bewertung potenzieller Szenarien, in denen ein Versagen der Biosicherheitsverfahren zu einer möglichen laborbedingten Infektion mit dem untersuchten Erreger geführt hat», heißt es in dem Bericht. Die Empfehlung sage nichts darüber aus, wie wahrscheinlich die Labor-These sei, betonte die Ratsvorsitzende Marietjie Venter. Auch um sie zu widerlegen, seien Untersuchungen aber nötig. Die wahrscheinlichste These sei weiter, dass das Virus von einem Tier über einen Zwischenwirt auf Menschen übersprang.

Ablehnung aus China, Brasilien, Russland

Drei Mitglieder des knapp 30-köpfigen Gremiums wollten diese Empfehlung aber nicht mittragen: Die Wissenschaftler aus China, Russland und Brasilien hielten ihre Ablehnung in einer Fußnote des Berichtes fest. China weist die Theorie zurück, dass das Virus aus einem chinesischen Labor stammen könnte. Und Peking lehnt die Anreise einer weiteren internationalen Expertengruppe zur Suche nach dem Virusursprung ab. Dem Rat hätten zahlreiche chinesische Wissenschaftler angehört. Es seien dennoch zahlreiche Fragen offen, sagte Venter - etwa über die Märkte in Wuhan, die Herkunft von Tieren und frühe mögliche Corona-Infizierte in China.

Der Rat soll Richtlinien entwickeln, damit künftige Untersuchungen bei Pandemieausbrüchen zügiger begonnen werden können. Beim Coronavirus gab es Spannungen vor allem zwischen China und den USA. Der frühere US-Präsident Donald Trump gab China Schuld an der Ausbreitung des Virus. Wegen der Spannungen konnten die internationalen Experten erst 2021 in China einreisen.

Man werde alles tun, um die SAGO-Empfehlungen umzusetzen, sagte WHO-Corona-Expertin Maria van Kerkhove. Dazu sei aber die Kooperation der Länder nötig.


Bildnachweis: © -/NIAID-RML/AP/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Auf Entdeckungsreise durch Gütersloh
Veranstaltung

Stadtführungen der gtm starten wieder nach der Sommerpause

weiterlesen...
16 Stationen öffnen am Tag des offenen Denkmals
Veranstaltung

11. September: Viel Programm und Sonderführungen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Explosion auf Marktplatz in Halle - zwei Schwerverletzte
Allgemeines

Mitten in der Innenstadt von Halle gibt es eine Explosion - in öffentlichen Toiletten. Zwei junge Mädchen werden schwer verletzt, eine Frau leicht.

weiterlesen...
Prozess um Kindesentführung endet mit Haftstrafe für Vater
Allgemeines

Die Eltern trennen sich. Der Kampf um den Umgang mit dem gemeinsamen Sohn mündet in der Entführung des Kindes nach Panama. Der Vater wird dafür zu einer Haftstrafe verurteilt. Das Kind wird noch lange an dem Trauma leiden.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Explosion auf Marktplatz in Halle - zwei Schwerverletzte
Allgemeines

Mitten in der Innenstadt von Halle gibt es eine Explosion - in öffentlichen Toiletten. Zwei junge Mädchen werden schwer verletzt, eine Frau leicht.

weiterlesen...
Prozess um Kindesentführung endet mit Haftstrafe für Vater
Allgemeines

Die Eltern trennen sich. Der Kampf um den Umgang mit dem gemeinsamen Sohn mündet in der Entführung des Kindes nach Panama. Der Vater wird dafür zu einer Haftstrafe verurteilt. Das Kind wird noch lange an dem Trauma leiden.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner