27. Juni 2025 / Allgemeines

WHO: Jeder fünfte Mann in Europa stirbt früh an Krebs und Co

Fast zwei Millionen Sterbefälle in der WHO-Region Europa lassen sich einem neuen Gesundheitsbericht zufolge vermeiden. Dabei geht es vor allem um Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht.

Ein Arzt zeigt auf ein Röntgenbild von einer von Krebs befallenen Lunge. (Illustration)
Veröffentlicht am 27. Juni 2025 um 12:00 Uhr von dpa

Krebs, Diabetes und andere nichtübertragbare Krankheiten bleiben mit Millionen Fällen jedes Jahr nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO die Hauptursache für Todesfälle und Behinderungen. Wie das in Kopenhagen ansässige WHO-Regionalbüro Europa in einem neuen Bericht schreibt, sind solche Erkrankungen in Europa unter anderem für schätzungsweise 1,8 Millionen vermeidbare Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Diese Todesfälle ließen sich entweder durch effektive Gesundheitsmaßnahmen oder durch frühzeitige Erkennung und hochwertige Behandlung weitgehend verhindern oder zumindest hinauszögern. 

Demnach stirbt jeder fünfte Mann und jede zehnte Frau in der Region vor dem 70. Lebensjahr aufgrund von nichtübertragbaren Krankheiten (NCDs), zu denen etwa auch Herz-Kreislauf- und chronische Atemwegserkrankungen zählen. 60 Prozent der Todesfälle ließen sich auf Risikofaktoren wie Tabak- und Alkoholkonsum, Bluthochdruck, eine ungesunde Ernährung, Übergewicht oder Bewegungsmangel zurückführen. All dies könne man als Gesellschaft mit einer besseren Gesundheitspolitik angehen, mahnt die WHO Europa an.

Todesfälle und Milliardenkosten

«Nichtübertragbare Krankheiten sind nicht nur vermeidbar oder behandelbar – sie werden auch weitgehend ignoriert», kritisiert WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Wären solche Erkrankungen ein Virus, würde sich die Welt längst im Lockdown befinden. Durch eine bessere Prävention oder Behandlung ließen sich nicht nur fast zwei Millionen Todesfälle vermeiden, sondern auch Milliarden Dollar einsparen, betont er. Seine Organisation sprach von jährlichen Produktivitätsverlusten in Höhe von mehr als 514 Milliarden Dollar (knapp 440 Mrd. Euro). Trotzdem werde bei Weitem nicht ausreichend in die Vorsorge investiert.

Die WHO zählt 53 Länder zu ihrer Region Europa, darunter neben den 27 EU-Mitgliedern auch weiter östlich liegende Staaten wie Russland, die Ukraine, die Türkei sowie in Zentralasien. Die Unterschiede zwischen den Ländern hätten sich zwar seit 2010 verringert, blieben aber weiterhin groß, heißt es im Bericht. Daraus geht hervor, dass die Sterblichkeit durch die besagten Erkrankungen in wohlhabenderen Staaten wie Deutschland, Österreich und der Schweiz niedriger als im Durchschnitt ist, in östlichen Teilen dagegen teils weitaus höher.


Bildnachweis: © Felix Hörhager/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

Michaeliswoche 2026: Das erwartet euch in Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Vom 25. September bis 4. Oktober bietet die Michaeliswoche in Gütersloh Kirmes, Straßenkunst und ein Familienprogramm.

weiterlesen...
Straßenfiffi und verkaufsoffener Sonntag am 27. September in Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Am 27. September 2026 bietet Gütersloh von 13 bis 18 Uhr Straßenkunst auf Berliner Platz und Kolbeplatz sowie einen verkaufsoffenen Sonntag.

weiterlesen...
Publikumspreis für „changes“ am Theater Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Das Stück „changes“ von Maja Zade erhielt den Publikumspreis in Gütersloh.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Missbrauch im Kinderzimmer - «Ich schäme mich»
Allgemeines

Für einen mehrmonatigen Hafturlaub gilt ein Sexualtäter als vorbereitet. Dann kommt er in Franken mit Kindern in Kontakt und wird nach eigenen Angaben rückfällig – welche Fehler machten die Behörden?

weiterlesen...
DRK testet neuen Katastrophenschutz-Lkw in Rheda-Wiedenbrück
Lokalnachrichten Kreis Gütersloh

Ein neuer Gerätewagen-Betreuung wird beim DRK in Rheda-Wiedenbrück erprobt. Er kann bei Evakuierungen und Unwettern Menschen versorgen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Missbrauch im Kinderzimmer - «Ich schäme mich»
Allgemeines

Für einen mehrmonatigen Hafturlaub gilt ein Sexualtäter als vorbereitet. Dann kommt er in Franken mit Kindern in Kontakt und wird nach eigenen Angaben rückfällig – welche Fehler machten die Behörden?

weiterlesen...
Viele Verletzte bei Messerattacke an Schule in Polen
Allgemeines

Schock im polnischen Ostroleka: Ein 19-Jähriger sticht mit einem Messer zu, Schüler und Lehrer werden verletzt. Was Zeugen berichten und wie die Stadt jetzt reagiert.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner