16. März 2025 / Allgemeines

«Wie eine Mauer aus Wasser» - Unwetterschäden in Italien

Land unter in Mittel- und Norditalien - und dies nicht zum ersten Mal. Meteorologen halten die jetzigen Niederschläge aber für ungewöhnlich.

Verschlammte Häuser, blockierte Straßen und Stromausfälle - die schweren Unwetter der vergangenen Tage haben in Mittel- und Norditalien eine Spur der Verwüstung hinterlassen.
von dpa

Verschlammte Häuser, blockierte Straßen und Stromausfälle - die schweren Unwetter der vergangenen Tage haben in Mittel- und Norditalien eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Allein in der bei Touristen beliebten Region Toskana mit der Hauptstadt Florenz wurden die Schäden laut Medienberichten auf mindestens 100 Millionen Euro geschätzt. Schwer betroffen war auch die nördlich angrenzende Region Emilia-Romagna mit der Hauptstadt Bologna und der Adria-Metropole Ravenna. 

In Florenz waren am Freitag binnen sechs Stunden 70 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, was dort dem Durchschnitt eines ganzen Monats entspricht. Der Wasserstand des Arno war gefährlich gestiegen, seit Samstag aber wieder gesunken. Flussabwärts in Pisa war die Lage ebenfalls kritisch. In Fauglia bei Pisa mussten Feuerwehrleute zwei Familien mit Schlauchbooten aus ihren vom Wasser eingeschlossenen Häusern retten.

Rückhaltebecken verhinderten das Schlimmste

Auch im Gebiet der Siave, eines Nebenflusses des Arno, gab es schwere Überschwemmungen. «Die Siave ist über die Ufer getreten, und der Schlamm ist überall eingedrungen. Wir haben in 40 Jahren noch nie so einen Regen gesehen, es schien wie eine Mauer aus Wasser», zitierte die Zeitung «La Repubblica» Bewohner des Ortes San Piero a Sieve nördlich von Florenz.

Der Regionalpräsident der Toskana, Eugenio Giani, sagte, dass ein Abflusskanal und Hochwasserrückhaltebecken das Schlimmste in Florenz verhindern konnten. «Wir stehen vor einer sehr ernsten Lage, aber wir können sagen, unser Arno-System hat funktioniert», sagte Giani. Er bat die Regierung in Rom, den nationalen Notstand auszurufen, um schnellere Hilfseinsätze in den betroffenen Gebieten zu ermöglichen. 

Frühjahrsregen wie sonst im Herbst

In der Emilia-Romagna war laut Zeitungsberichten die Provinz Ravenna am schwersten betroffen. In den vergangenen Jahren hatte es in der Region schon mehrere Hochwasser gegeben. Der Bürgermeister der Kleinstadt Faenza, Fabrizio Curzio, sagte, es sei zermürbend, ständig mit dieser Gefahr zu leben. «Die Sorge einer Stadt, die ständig in Schach gehalten, von jedem größeren Wetterereignis gefährdet wird, ist unerträglich», sagte er. 

Der Meteorologe Bernardo Gozzini bezeichnete die Niederschläge als für die Jahreszeit ungewöhnlich. «Ein solches Unwetter ist eher typisch für November, wenn das Meer noch warm ist, und Wasser verdunstet», sagte er «La Repubblica». «Man kann fast sagen, dass es keinen Winter gab. Das Mittelmeer konnte sich nicht abkühlen», fügte er hinzu. Es sei vielleicht etwas gewagt, die Unwetter von heute mit Sicherheit dem Klimawandel zuzuschreiben. Aber 2024 sei das wärmste Jahr aller Zeiten gewesen.


Bildnachweis: © Giuseppe Cabras/IPA via ZUMA Press/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

Rheda-Wiedenbrück: B61 – Restarbeiten ab 13. April, Tempo 50 und Einspurbetrieb bis Freitag
Baustellen und Sperrungen

Straßen.NRW führt ab Montag letzte Bankett- und Markierungsarbeiten auf der B61 durch

weiterlesen...
Erneute Auszeichnung für drei starke Innungsbetriebe
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Drei Betriebe aus dem Bereich des Lebensmittelhandwerks dürfen sich erneut über eine besondere Anerkennung freuen: Die...

weiterlesen...
Neues Format erfolgreich gestartet: Erster Mittagsimpuls Ausbildung mit Praxiswissen zur Weiterbildung
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Auftakt für eine neue Online-Reihe der Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld: Beim ersten „Mittagsimpuls...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Geiselnahme in Bank - Was wir wissen und was nicht
Allgemeines

Mehrere Täter, mehrere Geiseln: In Sinzig in Rheinland-Pfalz läuft eine Geiselnahme in einer Bank. Was bisher bekannt ist - und was noch unklar ist.

weiterlesen...
Geiselnahme in Bank - Polizei geht von mehreren Tätern aus
Allgemeines

In einer Volksbankfiliale im rheinland-pfälzischen Sinzig gibt es eine Geiselnahme. Die Polizei hält die Lage derzeit für statisch.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Geiselnahme in Bank - Was wir wissen und was nicht
Allgemeines

Mehrere Täter, mehrere Geiseln: In Sinzig in Rheinland-Pfalz läuft eine Geiselnahme in einer Bank. Was bisher bekannt ist - und was noch unklar ist.

weiterlesen...
Geiselnahme in Bank - Polizei geht von mehreren Tätern aus
Allgemeines

In einer Volksbankfiliale im rheinland-pfälzischen Sinzig gibt es eine Geiselnahme. Die Polizei hält die Lage derzeit für statisch.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner