ZDF-Moderator Harald Lesch (63) macht sich wenig Illusionen darüber, überzeugte Kritiker der Wissenschaft noch bekehren zu können. «Die, die sich nicht mehr erreichen lassen, werde auch ich nicht mehr erreichen», sagte der Journalist («Terra X Harald Lesch») in einem Interview des Mediendienstes dwdl.de. «Mich interessieren vor allem diejenigen, die in diesem Niemandsland dazwischen sind; die nicht so richtig wissen, was sie nun alles davon zu halten haben, die mir ihre Zweifel mailen und mich bitten, vieles noch einmal zu erklären. Da muss man auch die Erzählweise entsprechend verändern. Aber an diejenigen, die mir misstrauen, komme ich gar nicht mehr ran.» Lesch weiter: «Ich weiß tatsächlich nicht, ob es eine Gesellschaft langfristig aushält, wenn so viele Menschen der Wissenschaft misstrauen. Der Moderator, sagte, er könne daher nur versuchen, originell, «teilweise auch mit einem guten Kalauer», einen Gegenpunkt zu setzen. «Unser gesamtes Leben ist doch von Technik und Wissenschaft so durchdrungen, dass ich gar nicht nachvollziehen kann, wie die Leute mit all ihren Verschwörungserzählungen in den Spiegel schauen können. Sie alle haben einen Computer und benutzen Verkehrsmittel – das kommt doch alles nicht von irgendwo her.» Wenn die wissenschaftlichen Errungenschaften, die in Technik gegossen wurden, nicht stimmen würden, dann würde das alles gar nicht funktionieren, sagte Lesch. «Stattdessen flüchten sich viele in blödsinnige Geschichten über Chemtrails, Außerirdische oder Reptiloide. Das einzige, das ich tun kann: Menschen auf ihre Widersprüche hinweisen und sie ermuntern, vielleicht doch noch einmal anders auf die Dinge zu schauen.» Das ZDF hatte die bekannte Wissenschaftsreihe «Leschs Kosmos» kürzlich in «Terra X Harald Lesch» umbenannt.
Bildnachweis: © Jörg Carstensen/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Wissenschaftsjournalist Lesch kann nicht jeden bekehren
Anhänger von Verschwörungserzählungen gegen die Wissenschaft denken laut Harald Lesch unlogisch: «Sie alle haben einen Computer und benutzen Verkehrsmittel – das kommt doch alles nicht von irgendwo her.»
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
- 15. April 2026
Erneute Auszeichnung für drei starke Innungsbetriebe
Drei Betriebe aus dem Bereich des Lebensmittelhandwerks dürfen sich erneut über eine besondere Anerkennung freuen: Die...
- 15. April 2026
Neues Format erfolgreich gestartet: Erster Mittagsimpuls Ausbildung mit Praxiswissen zur Weiterbildung
Auftakt für eine neue Online-Reihe der Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld: Beim ersten „Mittagsimpuls...
- 29. April 2026
Happe Gruppe eröffnet neue Fliesenfactory in Gütersloh
Neue Ausstellung ab 30.04. in Gütersloh: Fliesenfactory der Happe Gruppe mit rund 300 qm Fläche, Aktionen und Eröffnung ab 10 Uhr.
Neueste Artikel
- 13. Mai 2026
130 sexualisierte Straftaten - Kinderarzt angeklagt
Ein Kinderarzt in Brandenburg ist wegen 130 Fällen sexualisierter Straftaten angeklagt. Viele Taten sollen während seiner Dienstzeit im Krankenhaus geschehen sein.
2023 starb «Friends»-Star Matthew Perry an einer Ketamin-Überdosis. Es gab mehrere Drogenlieferanten - ein weiterer muss nun ins Gefängnis.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 13. Mai 2026
130 sexualisierte Straftaten - Kinderarzt angeklagt
Ein Kinderarzt in Brandenburg ist wegen 130 Fällen sexualisierter Straftaten angeklagt. Viele Taten sollen während seiner Dienstzeit im Krankenhaus geschehen sein.
2023 starb «Friends»-Star Matthew Perry an einer Ketamin-Überdosis. Es gab mehrere Drogenlieferanten - ein weiterer muss nun ins Gefängnis.






