«Ihr habt Euer Leben für unsere Sicherheit gelassen» - nach dem Tod zweier Feuerwehrleute herrscht tiefe Trauer in Sankt Augustin bei Bonn. Die beiden Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr - eine Frau und ein Mann - hatten am Sonntag ein Feuer in einem Motorradladen bekämpft. Am Montagmorgen lag noch Brandgeruch in der Luft. Die Anteilnahme in dem 58.000-Einwohner-Ort war enorm. Blumen und Kerzen wurden aufgestellt - eine davon trug die Aufschrift: «Für alle verstorbenen Feuerwehrkräfte». Andere Botschaften lauteten: «Wir bewundern euren Mut» und «Wir werden immer an Euch denken». Die Ruine des ausgebrannten Motorradladens war am Montag weiträumig abgesperrt. Nur die Fassade des Altbaus stand noch. Bagger räumten Trümmer weg, ein Brandermittler der Polizei sicherte Spuren zur Klärung der Brandursache. Um 11.18 Uhr war die Freiwillige Feuerwehr am Sonntagvormittag alarmiert worden. Eine 30 Meter hohe schwarze Rauchwolke stand über dem Motorradgeschäft mit angrenzender Werkstatt - höchste Alarmstufe! Mehr als 200 Einsatzkräfte eilten hinzu, um den Brand zu löschen. Elf von ihnen wurden verletzt. Der Feuerwehrmann und die -frau galten dagegen seit Sonntagmittag als vermisst. Am frühen Montagmorgen hieß es von der Stadt schließlich, es gebe nun die traurige Gewissheit, dass sie tot seien. Die ganze Stadt habe den Atem angehalten, sagte Bürgermeister Max Leitterstorf (CDU) dazu in einer Pressekonferenz: «Wir standen heute früh als Freiwillige Feuerwehr gegen 1 Uhr Spalier, als die beiden Feuerwehrleute nach der Bergung im Leichenwagen an uns vorbei gefahren wurden», so Leitterstorf. Er sprach vom «dunkelsten Tag in der Geschichte» der örtlichen Feuerwehr. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) würdigte die «mutigen Feuerwehrleute» mit den Worten: «Ihr selbstloser Einsatz verdient unseren größten Respekt.» Nach Angaben des Brandschutz-Experten Frank Hachemer ist der Einsatztod von Feuerwehrleuten in Deutschland sehr selten. «Bundesweit sind 1,3 Millionen Menschen in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, und zum Glück bleiben die allermeisten unversehrt», sagte der Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbands der Deutschen Presse-Agentur. Der Tod der beiden Feuerwehrleute in Sankt Augustin sei furchtbar, «aber das System Freiwillige Feuerwehr ist durch einen solchen Vorfall nicht infrage gestellt». Auf keinen Fall dürfe man dem Trugschluss unterliegen, dass die Freiwilligen Feuerwehrleute nicht professionell ausgebildet seien - das Gegenteil sei der Fall. Das weltweit fast einzigartige System Freiwillige Feuerwehr biete den Vorteil, dass die Feuerwehr flächendeckend unterwegs sein könne. «Es gibt andere Länder, in denen das nicht so ist, und dort ist der Brandschutz oft deutlich schlechter aufgestellt, weil es eben viel weniger Feuerwehrleute gibt und diese dementsprechend oft nicht so schnell zur Stelle sein können.» Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr seien zudem hervorragend ausgebildet. In der Vorbereitung und im Einsatz werde alles dafür getan, damit der Worst Case nicht eintrete. «Aber wie wir jetzt gerade in Sankt Augustin auf schlimme Weise erleben mussten, lässt sich hundertprozentige Sicherheit niemals erreichen», sagte Hachemer. Die beiden umgekommenen Feuerwehrleute seien offenbar mit als erste in das brennende Gebäude vorgestoßen. «Das kann und macht nicht jeder, sondern das ist immer ein speziell befähigter Trupp.» Die erfahrenen Mitglieder dieser Einheiten könnten zum Beispiel Atemschutzgeräte tragen. «Das wird engmaschig geübt, und diejenigen, die das machen, werden regelmäßig intensiv medizinisch untersucht, ab 50 Jahren sogar jedes Jahr.» Elf Einsatzkräfte verletzt
Hundertprozentige Sicherheit nicht möglich
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Zwei Feuerwehrleute bei Brand in Sankt Augustin umgekommen
Die Niedergeschlagenheit in Sankt Augustin ist groß: Ein Feuerwehrmann und eine Feuerwehrfrau haben bei der Bekämpfung eines Brandes ihr Leben gelassen. Anwohner melden sich mit bewegenden Botschaften zu Wort.
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