5. Februar 2026 / Kreis Gütersloh

Haushalt, Phasenschieber und Biodiversitätsprojekt

Gütersloh. Biotope miteinander vernetzen und so für eine nachhaltige Förderung der Artenvielfalt sorgen – das ist...

von Lena Appelbaum

Gütersloh. Biotope miteinander vernetzen und so für eine nachhaltige Förderung der Artenvielfalt sorgen – das ist das Kernziel des Biodiversitätsprojektes der Kreisjägerschaft. Vorsitzender Ralf Reckmeyer und Annegret Fronemann stellten das Naturschutzprojekt im Ausschuss für Klima und Umwelt am Mittwoch, 4. Februar, vor. 

Insekten sowie Kiebitze, Feldlerchen und Rebhühner trifft man immer seltener in der Natur an. Das liege vor allem an strukturell verarmten Agrarlandschaften oder fehlender Biotopvernetzung. Zwar gebe es wirksame Einzelmaßnahmen, die jedoch nicht aufeinander abgestimmt sind und so leider nur kurzfristig eine Besserung erzielen. Gemeinsam mit Akteuren aus der Landwirtschaft, der Verwaltung und dem Naturschutz hat die Kreisjägerschaft eine konkrete Skizze für ein dreijähriges Projekt entwickelt. Dieses soll vor allem praxisnah sein und eine langfristige ökologische Wirksamkeit erzielen. Neben konkreten Maßnahmen setzt das Projekt vor allem auf Beratung, Koordination und die freiwillige Beteiligung aller Akteure. Eines der Kernziele sei es, sogenannte Strukturbrücken zu schaffen, die die Biotope miteinander vernetzen und so besonders wirksame Lebensraumelemente zu schaffen. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf 50.000 Euro, davon würden 12.500 Euro auf den Kreis Gütersloh fallen. Über die Bereitstellung dieser Summe muss im Rahmen der laufenden Haushaltsberatungen noch entschieden werden. Im Ausschuss für Klima und Umwelt wurde das Projekt vorgestellt. Als nächstes steht es im Ausschuss für Wirtschaft, Digitalisierung, Finanzen und Rechnungsprüfung am 18. Februar auf der Tagesordnung zur Abstimmung. Danach geht es in den Kreisausschuss.

Auf Anfrage der Linken stellte Michael Weber vom Netzbetreiber Amprion die geplante Einrichtung eines Phasenschiebers in Blankenhagen vor. Mit dieser Technik kann der Leistungsfluss in Stromnetzen gesteuert werden und so eine Netz-Stabilität gewährleistet werden. Das Thema und vor allem der von Amprion ausgewählte Standort wurden in den vergangenen Monaten häufig diskutiert – so versammelten sich auch viele interessierte Bürgerinnen und Bürger vor dem Kreishaus und nahmen an der Sitzung teil. Da der Sitzungssaal nur eine begrenzte Anzahl an Sitzmöglichkeiten bietet, hatte die Verwaltung diesen Tagesordnungspunkt live im Foyer übertragen, sodass alle Interessenten der Diskussion folgen konnten. Die Firma Amprion befindet sich derzeit noch in der Planung, ein Antrag liegt der Kreisverwaltung als Genehmigungsbehörde noch nicht vor.

Die Politikerinnen und Politiker beschäftigten sich außerdem mit der Beschaffung der Software ‚Klimaschutz-Planer‘ für die Treibhausgasbilanzierung. Diese wurde bisher vom Land zur Verfügung gestellt, muss aber künftig von den Kreisen und Kommunen getragen werden. Mit dem Klimaschutz-Planer kann der Kreis Gütersloh die Treibhausgasbilanzierung für das Kreisgebiet und die einzelnen Kommunen bereitstellen. Diese Daten sind wiederrum Voraussetzung für viele Förderanträge besonders im Bereich Klimaschutz, Mobilität und Gebäudewirtschaft. Die Ausschussmitglieder stimmten mehrheitlich dafür. Abschließend wird über das Thema im Kreisausschuss am 23. Februar beschlossen.

Wie bei jeder Sitzung der ersten Ausschussrunde stand auch die Verabschiedung des Haushaltes auf der Tagesordnung. Dem aktuellen Entwurf stimmten die Ausschussmitglieder mehrheitlich zu.

Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)

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