Gütersloh. Das Gerät auf dem Stativ im Büro von Tobias Groppe ist unscheinbar, so groß wie ein kleines Kofferradio. Aber es hat es in sich und steht für das, für das auch er steht: Die Abteilung auf die Höhe der Technik bringen. Zunächst seit 2014 als stellvertretender Abteilungsleiter, jetzt – seit dem 1. Dezember 2025 offiziell – ist Groppe Leiter der Abteilung Geoinformation, Kataster und Vermessung. Bei dem Gerät in Groppes Büro handelt es sich übrigens um einen Laserscanner, der eine halbe Millionen Punkte pro Sekunde messen kann. „Mir war es immer wichtig, neue Technologien zu testen und einführen, wenn sie einem das Leben einfacher machen und Prozesse effizienter gestaltet werden können“, unterstreicht der 43-Jährige. Die 3D-Vermessungen mit Drohne und Laserscanner gehören dazu. 60 Mitarbeitende und vier Azubis gilt es mitzunehmen bei immer neuen technischen Entwicklungen.
Zwei Tage im Matsch im Jahr 2017, erinnert sich Groppe, haben später zu der Drohnenmessung geführt. Das Team des Kreises musste messen, wie viel Kubikmeter Boden auf einer bestimmten Fläche aufgetragen worden sind. „Da dachte ich, das muss doch heutzutage anders gehen.“ Die Situation, eine Höhenaufnahme für eine Erdmassenberechnung (zum Beispiel bei einer Bodendeponie) durchzuführen, kommt übrigens häufiger vor. Im März 2018 dann die Premiere im Außeneinsatz bei der Vermessung des Grünen Wegs in Halle/Westf.. Eine Drohne vermisst die Straße, fliegt automatisch eine einprogrammierte Route am Himmel. Was früher mehrere Tage gedauert hat, ist nach ein paar Stunden erledigt, den Rest machen die Kolleginnen und Kollegen im Büro am Hochleistungscomputer in einer virtuellen Realität aus Millionen von bunten 3D-Punkten. Was sich heute zum Standard etabliert hat, war seiner Zeit weit voraus und der Kreis Gütersloh nutzte diese Technologie als einer der ersten Kreise NRW-weit. Inzwischen nutzt die Abteilung auch satellitengestützte Daten und lässt Veränderungen in der Landschaft mittels KI auswerten um Kartenwerke zu aktualisieren.
Das zweite Steckenpferd von Groppe ist die Nachwuchsarbeit und die Personalgewinnung. Das Berufsbild der Geodäsie – auch besser bekannt als Vermessung und Geoinformatik – unter jungen Leuten bekannt zu machen ist ihm besonders wichtig. „Drei Vermesser und ein anderer Mann“ steht auf dem Rücken eines Buches, das in Groppes Büro steht. Es geht um den Mount Rushmore, die in Stein gehauenen Portraits von vier US-Präsidenten, von denen drei auch als Vermesser tätig waren. Tobias Groppe steht mit seinem Beruf somit in der Tradition von Abraham Lincoln, George Washington und Thomas Jefferson – nur Theodore Roosevelt war kein Vermesser von Beruf. Groppe, der auch Ausbildungsleiter seiner Abteilung ist, hat als Nachwuchsreferent des DVW-NRW die Initiative ‚Geodäsie NRW‘ mit ins Leben gerufen, die sich genau das zum Ziel gesetzt hat.
Nach einer Ausbildung zum Vermessungstechniker beim Kreis Höxter hat Groppe Vermessungswesen und Geoinformatik in Bochum und Mainz studiert. Für die Zukunft sieht er mehrere Herausforderungen in seinem Arbeitsbereich, aber auch große Chancen. „Die Technik entwickelt sich immer schneller, dabei muss ich alle Mitarbeitenden mitnehmen.“ Man müsse kontinuierlich am Ball bleiben, Prozesse erfassen und optimieren. „Wir dürfen nie den Fokus aus den Augen verlieren, wofür wir das alles eigentlich machen. Nämlich den bestmöglichen Service für die Bürgerinnen und Bürger, die Kommunen, die Wirtschaft und die Kreisverwaltung liefern.“ Die Abteilung vermisst Grundstücke und erteilt Auskünfte aus dem Liegenschaftskataster. Im großen digitalen Angebot können Architekten sich beispielsweise Daten kostenfrei herunterrunterladen, das Geodatenportal erstellt unterschiedlichste Ansichten und Übersichten im Netz bereit, sei es zu Sperrbezirken bei Geflügelpest oder zu Standorten von Notfallinfopunkten. Und der Gutachterausschuss, dessen stellvertretender Leiter Groppe ist, liefert nicht nur Daten zum Immobilienmarkt, sondern erstellt auch Immobiliengutachten. Für andere Fachabteilungen und die Kommunen ist man ebenfalls aktiv. Dazu zählt unter anderem die neue Statistikstelle oder der Bereich Geodatenservice. Aktuell erstellen sie verschiedenste Analysen, beispielsweise für mögliche Nachverdichtung in Kommunen des Kreises. Tobias Groppe wohnt in Steinhagen, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern (vier und sechs Jahre).
Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)







