20. Mai 2026 / Kreis Gütersloh

Vorbereitung für den Ernstfall

Gütersloh. Die Nachrichten machten an diesem Montagmorgen, den 18. Mai, einheitlich mit der Ankündigung auf, dass der...

von Jan Focken

Gütersloh. Die Nachrichten machten an diesem Montagmorgen, den 18. Mai, einheitlich mit der Ankündigung auf, dass der Zivilschutz in Deutschland finanziell deutlich gestärkt werden soll. 10 Milliarden Euro will Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) in den Zivilschutz investieren. „Dobrindt hat heute eine Steilvorlage für das Seminar gegeben“, leitete Dozent Klaus-Peter Tietz im Kreishaus Gütersloh ein. Knapp 30 Teilnehmende waren dort zum Seminar „Krisenmanagement für die Koordinierungsgruppe Stab (KGS)“ zusammengekommen. Organisiert vom Kreis Gütersloh schulten zwei Vertreter der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) KGS-Teams aus den 13 Kommunen. Es ist auch ein Signal, dass mit dem Seminar aus dem Kreishaus geht: Wir bereiten uns auf den Ernstfall vor. Tietz: „Wir müssen uns wappnen für die unterschiedlichsten Lagen.“ 

In Friedenszeiten helfe die Bundeswehr bei Großschadensereignissen, etwa bei der Flut im Ahrtal, erinnerte Tietz. In Kriegszeiten werde es umgekehrt sein: Dann komme die Bundeswehr und bitte um Hilfe bei Kreisen und Kommunen. Etwa bei der Versorgung von Verwundeten müssen dann beispielsweise Kreise und Kommunen helfen, erläuterte Peter Wirtz, der zweite BABZ-Dozent. Auch er betonte die Dringlichkeit, Vorkehrungen zu treffen: 1,3 Millionen Angriffen seien die Rechner des Bundes derzeit täglich ausgesetzt. Das sei eine Vorstufe von kriegerischen Auseinandersetzungen.    


Die KGS hält im Krisenfall die Arbeitsfähigkeit des Stabes am Laufen. Beim Kreis ist das der Krisenstab, die Kommunen richten in der Krise einen Stab für Außergewöhnliche Ereignisse (SAE) ein. So erstellt die KGS beispielsweise ein Lagebild. Das war denn auch eines der Themen der Schulung im Kreishaus: Wie wird ein Lagevortrag zusammengebaut? Was heißt Stabsarbeit überhaupt? Wie arbeitet ein SAE oder Krisenstab? Und was ist die Eisenhower-Matrix? Letztere dient in der Krisenstabsarbeit dazu, Aufgaben zu priorisieren, um den Fokus auf kritische Aufgaben zu lenken. Die Matrix teilt alle anfallenden Lagemeldungen und Maßnahmen anhand ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit ein. 

An Tag Zwei wurde es praktischer: Die Erstellung eines Lagevortrags stand auf der Tagesordnung. In fünf Gruppen aufgeteilt wurden die Teilnehmenden mit dem Szenario ‚Unwetter nach einer lang anhaltenden Dürre- und Hitzeperiode‘ konfrontiert: Ende August, kurz vor Wiederbeginn der Schule, im fiktiven Landkreis ‚Exemplarien‘. Inklusive umherfliegender Verkaufsstände auf einem Schützenfest, einem liegengebliebenen ICE, nicht passierbaren Straßen aufgrund umgestürzter Bäume und Umweltalarm, weil eine Tankstelle von den Wassermassen bedroht wird. Aljosha Richter vom Bevölkerungsschutz des Kreises, der an der Übung teilnahm, berichtete als erster: „Es war schwierig, die Informationen zu filtern, die Unterlagen zu sichten.“ So beispielsweise bei der Zahl der Verletzten, die voneinander abwichen. Auch hätten noch nicht alle Kommunen Lageberichte abgesetzt. Grundsätzlich, so Wirtz, solle man sich beim Lagebericht auf die wesentlichen Punkte konzentrieren und die Entscheider nicht mit Infos überfluten, die vielleicht gar nicht mehr aktuell seien. 


Nicht nur aus Berlin kam an diesem besagten Montag eine Steilvorlage zum Seminar: An dem Tag stimmte der für die Aufstellung einer kreisübergreifendenMedical Task Force‘ federführende Kreis Paderborn eine Pressemitteilung unter anderem mit dem Kreis Gütersloh ab. Das ist eine Einheit der Hilfsorganisationen im Bereich Zivilschutz, die beispielsweise im Ernstfall ins Krisengebiet fahren und dort Versehrte holen. Es ist derzeit auf allen Ebenen zu beobachten: Zivilschutz gewinnt an Bedeutung, Aktualität und Dringlichkeit.

Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)

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