12. Dezember 2025 / Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Bau blickt wieder nach vorn

Die Bauwirtschaft blickt verhalten optimistisch aufs neue Jahr: Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) rechnet...

Veröffentlicht am 12. Dezember 2025 um 11:33 Uhr von Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Die Bauwirtschaft blickt verhalten optimistisch aufs neue Jahr: Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) rechnet für  2026 wieder mit realem Wachstum – und die Politik will den Infrastrukturausbau durch schnellere Verfahren voranbringen. Für viele Betriebe ist das eine gute Nachricht, zugleich mahnt der Verband: Tempo darf nicht zulasten des Mittelstands gehen.

Nach Angaben des ZDB soll der Branchenumsatz 2025 bei 168 Milliarden Euro liegen (2024: 163 Milliarden) – nominal ein Plus von 3 Prozent, real von 0,6 Prozent. Für 2026 werden 178 Milliarden Euro erwartet (plus 6 Prozent nominal, plus 2,5 Prozent real). Impulse kommen vor allem aus dem Tiefbau, zusätzlich gestärkt durch Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK). Auch die Auftragslage zeigt eine Stabilisierung: Bis Ende des dritten Quartals 2025 stiegen die Auftragseingänge nominal um gut zehn Prozent (real knapp acht Prozent), und rund 56 Prozent der befragten Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend.

Parallel dazu hat der Koalitionsausschuss angekündigt, den Infrastrukturausbau künftig als „überragendes öffentliches Interesse“ einzustufen. Damit könnten Planungs- und Genehmigungsverfahren spürbar verkürzt werden – ein wichtiger Schritt, damit Investitionen schneller bei den Betrieben ankommen. Der ZDB warnt jedoch vor schmerzhaften Einschnitten durch eine Aufweichung der Mittelstandsklausel im Vergaberecht: "Mehrere Teil- oder Fachlose dürfen zusammen vergeben werden, wenn wirtschaftliche oder technische Gründe dies erfordern", heißt es im Beschlusspapier. Bundesaufträge oberhalb der EU-Schwelle von 5,5 Millionen Euro machten bereits 77 Prozent des gesamten Auftragsvolumens aus – weitere Verschiebungen zulasten mittelständischer Betriebe dürfe es nicht geben.  

Positiv bewertet der Verband die geschaffene Rechtssicherheit und fordert zugleich von Städten und Kommunen, ihre oft überfrachteten Vergabe- und Wertungskataloge zu vereinfachen, damit es schneller geht – und der Mittelstand weiter tragende Säule beim Infrastrukturausbau bleibt.

Quelle: Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld (kh-gt-bi.de.de)

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