8. September 2026 / Lokalnachrichten Kreis Gütersloh

5.400 Mitarbeiter im Kreis Gütersloh vor entscheidender Tarifrunde

Am 11. September trifft sich NGG zur entscheidenden Tarifrunde mit Dehoga NRW.

5.400 Mitarbeiter im Kreis Gütersloh vor entscheidender Tarifrunde
Veröffentlicht am 8. September 2026 um 15:13 Uhr von Zentralredaktion

Foto: NGG | Tobias Seifert

Schlechte Stimmung in den Gaststätten und Hotels im Kreis Gütersloh: „Es gibt massiven Streit um den Lohn in der Gastro-Branche. Und davon sind im Kreis Gütersloh immerhin rund 5.400 Beschäftigte betroffen“, sagt Thorsten Kleile von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Wer in der Küche, an der Theke, im Service oder an der Hotelrezeption arbeite, dem drohe künftig „ein dünneres Portemonnaie als heute“. Grund sei ein „maximales Geiz-Angebot“ der Arbeitgeber bei der laufenden Tarifrunde. So sei der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband in Nordrhein-Westfalen (Dehoga NRW) nicht einmal bereit, die Inflation auszugleichen: „Ein Koch oder eine Restaurantleiterin im Kreis Gütersloh soll lediglich 1,9 Prozent mehr bekommen. Wenn man das auf den Stundenlohn umrechnet, dann sind das nicht einmal 31 Cent – also weniger, als ein trockenes Brötchen kostet“, sagt Thorsten Kleile von der NGG Ostwestfalen-Lippe.

Noch härter soll es nach Angaben der Gewerkschaft Beschäftigte treffen, die keine Ausbildung in der Gastronomie haben: „Küchenhilfen zum Beispiel wollen die Arbeitgeber künftig nur noch mit dem gesetzlichen Mindestlohn abspeisen. Ich bin gespannt, wer sich dann im Kreis Gütersloh noch in die Küche stellt und Zwiebeln schält oder den Geschirrspüler ausräumt. Da locken Dutzende Jobs, die besser bezahlt werden und bei denen man nicht abends um 21 Uhr noch arbeiten muss“, so Thorsten Kleile. Der Geschäftsführer der NGG Ostwestfalen-Lippe kritisiert zudem den Umgang mit den Auszubildenden im Gastgewerbe: „Azubis sollen völlig leer ausgehen. Wer die Nachwuchsprobleme der Branche kennt, kann da nur mit dem Kopf schütteln.“

Die Gastro-Gewerkschaft hält dagegen an ihrer Forderung fest: Die NGG will ein Lohn-Plus von 6 Prozent für alle Gastro-Beschäftigten – egal, ob sie in der Küche oder im Service arbeiten. Für die Auszubildenden der Branche soll es zusätzlich zu den 6 Prozent noch ein Fahrgeld geben: „Und zwar exakt so viel, wie ein Deutschland-Ticket kostet. Wer sich als Jugendlicher für den Berufseinstieg in die Gastronomie entscheidet, würde damit eine Ausbildung inklusive Mobilität mit den Öffis bekommen“, so Thorsten Kleile.

Immerhin profitierten die Arbeitgeber bereits seit Anfang des Jahres enorm von der Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent: „12 Prozentpunkte weniger Steuern – das ist viel. Davon haben die Gäste im Kreis Gütersloh in den allermeisten Fällen aber nichts gemerkt. Und auch bei den Beschäftigten ist davon bislang nichts angekommen. Und genau das muss sich jetzt ändern“, fordert Kleile.

Die Gastro-Gewerkschaft warnt: „Wenn der Dehoga NRW jetzt nicht in letzter Minute noch die Kurve kriegt, dann laufen den Gaststätten, Restaurants und Hotels im Kreis Gütersloh in den kommenden Monaten die Leute weg. Und die kommen dann – wie schon nach der Corona-Pandemie – auch nicht mehr zurück“, so Thorsten Kleile. Der Geschäftsführer der NGG Ostwestfalen-Lippe übt dabei heftige Kritik am Dehoga: „Die Inflation steigt weiter. Im August war das Leben 2,9 Prozent teurer. Unterm Strich bedeutet das Angebot, das die Arbeitgeber bislang auf den Tisch gelegt haben, dass der reale Lohn sinkt und Kaufkraft für die Gastro-Beschäftigten verlorengeht. Köche und Kellnerinnen würden sich künftig also weniger von ihrem Lohn leisten können. Genau da werden wir jetzt aber einen Riegel vorschieben.“ Zur dritten und damit entscheidenden Verhandlungsrunde kommen NGG und Dehoga NRW am kommenden Freitag (Hinweis f.d. Red.: 11. September) zusammen.

Ganz schön gepfeffert: „Was Profis in den Gastro-Küchen leisten, ist enorm. Das ist harte Arbeit unter Zeitdruck und bis spät in den Abend hinein. Da muss dann auch der Lohn passen“, sagt Thorsten Kleile von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Doch die Arbeitgeber knapsen beim Geld, so die NGG. „Sie machen kein Lohn-Angebot, sie machen ein ‚Geiz-Angebot‘. Am Ende würde die Inflation sogar Teile vom Lohn auffressen. Und da hört’s auf“, so Kleile. Der Ton in den Restaurants und Hotels im Kreis Gütersloh dürfte hinter den Kulissen schärfer werden …

Dieser Beitragstext wurde mithilfe von KI erstellt.

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