Ostwestfalens Exporte stehen weiterhin unter Druck. Laut aktuellem Exportbarometer der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) sind die Auslandsumsätze der Unternehmen im Jahr 2025 um 4,6 Prozent gesunken - nach einem Rückgang von fast 10 Prozent im Vorjahr. Für 2026 herrscht dennoch vorsichtiger Optimismus: 59 Prozent der Unternehmen erwarten steigende Auslandsumsätze.
Die Auslandsumsätze verliefen innerhalb Ostwestfalens unterschiedlich. Den stärksten Zuwachs im Auslandsgeschäft verzeichnete 2025 der Kreis Minden-Lübbecke mit plus 1,3 Prozent, gefolgt vom Kreis Herford mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent. Bielefeld hatte mit minus 13,4 Prozent den deutlichsten Rückgang, auch die Kreise Gütersloh (–6,2 Prozent), Paderborn (–4,7 Prozent) und Höxter (–4,2 Prozent) lagen im Minus.
Dr. Maurice Eschweiler, Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses, betont, dass Unternehmen weiterhin unter schwierigen Bedingungen leiden. Handelshemmnisse, bürokratische Anforderungen, Zertifizierungsanforderungen und geopolitische Spannungen seien wichtige Einflussfaktoren. 71 Prozent der Unternehmen berichteten von negativen Auswirkungen der US-Handelspolitik unter Präsident Trump.
Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen werden als belastend wahrgenommen. 77 Prozent nennen sie als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. Arbeitskosten und Inlandsnachfrage sind weitere Risiken. Trotz dieser Belastungen ist die Investitionsbereitschaft im Ausland hoch: 38 Prozent der Unternehmen wollen ihre Auslandsinvestitionen ausweiten. Als Zielregion gelten Ost- und Südosteuropa sowie die Türkei.
Das IHK-Exportbarometer basiert auf einer Befragung von 231 ostwestfälischen Industrieunternehmen mit insgesamt 53.839 Beschäftigten.






