3. Dezember 2025 / Stadt Gütersloh

Dritte Kinderschutzkonferenz im Kreis Gütersloh setzt starkes Zeichen für gemeinsame Verantwortung

300 Fachkräfte aus Jugendhilfe, Medizin, Polizei, Schulen, Kitas, Jugendamt und Justiz kamen zusammen.

von Stadt Gütersloh

Rund 300 Fachkräfte aus Jugendhilfe, Medizin, Polizei, Schulen, Kitas, Jugendamt und Justiz haben kürzlich an der 3. Kinderschutzkonferenz im Kreis Gütersloh teilgenommen. Unter dem Leitgedanken „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ stand die Bedeutung gemeinsamer Haltungen für einen gelingenden Kinderschutz im Mittelpunkt – und damit ein Thema, das alle Professionen gleichermaßen betrifft. „Kinderschutz ist nur dann wirkungsvoll, wenn wir ihn als gemeinsame Aufgabe verstehen. Dazu gehört, die eigenen Blickwinkel immer wieder zu hinterfragen und gleichzeitig die Perspektiven der anderen mitzudenken“, so Andreas Reinhold, Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie der Stadt Gütersloh.

„Im Grundgesetz ist Kinderschutz rechtlich verankert – doch kein Gesetz schützt Kinder, wenn wir es nicht tun“, betonte Patrick Bullermann, Jugendamtsleiter der Stadt Verl, bei seiner Begrüßung in der Stadthalle. „Kinderschutz entsteht durch Haltung, professionelles Handeln, angemessene Entscheidungen vor Ort und vor allem gute Zusammenarbeit – genau das sehe ich, wenn ich hier in den Saal blicke.“ Im Anschluss ergriff Berit Rürup, Koordination Netzwerk Kinderschutz und Sachgebietsleitung Soziale Dienste bei der Stadt Verl, das Wort: „Unterschiedliche Professionen bringen unterschiedliche Perspektiven und Fachwissen zusammen. Jede Profession sieht etwas anderes und erst gemeinsam sehen wir das Ganze.“ Daher ihr Appell: „Professioneller Kinderschutz braucht auch die Bereitschaft zur Selbstreflexion. Welche blinden Flecken übersehen wir? Wo vereinfachen wir Situationen, weil ihre Komplexität schwer auszuhalten ist?“

Nach der Begrüßung führte Referent Prof. Dr. Jörg M. Fegert in die aktuellen Entwicklungen im Kinderschutz ein. Der ärztliche Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm gilt als einer der führenden Experten für Kinderschutz und Kinderrechte in Deutschland und zeigte auf, wie entscheidend gute Kooperation und klare Kommunikationswege sind – insbesondere beim Umgang mit digitalen Formen sexueller Gewalt oder bei Unsicherheiten zwischen Schweigepflicht und notwendiger Datenweitergabe. In mehreren Austauschrunden wurde gemeinsam reflektiert, wie Vernetzung und Fallverstehen weiter gestärkt werden können.

Die diesjährige Konferenz knüpfte an die Ergebnisse der Veranstaltungen in 2023 und 2024 an: Damals standen vor allem Fragen der Kooperation und des Datenschutzes im Mittelpunkt. Auch in diesem Jahr wurde deutlich, dass Sicherheit im Umgang mit Verfahren, Transparenz der Wege und verlässliche Absprachen zentrale Bausteine sind, um Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen. Organisiert wurde die Konferenz von den Netzwerkkoordinatorinnen der vier Jugendämter im Kreisgebiet: Michaela Hartmann und Lena Harms (Stadt Gütersloh), Natalia Wolmann (Stadt Rheda-Wiedenbrück), Berit Rürup und Yvonne Masjosthusmann (Stadt Verl) sowie Ines Szepanski (Kreis Gütersloh).

Wie Berit Rürup abschließend festhielt: „Interdisziplinäre Zusammenarbeit schafft nicht nur Sicherheit, sondern auch Lösungen. Der gemeinsame Austausch und die Selbstkontrolle – das sind Werkzeuge die uns Sicherheit in der Unsicherheit geben.“ Damit wurde deutlich: Kinderschutz ist in der Praxis sehr komplex – und kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten gut vernetzt sind und immer wieder in den Austausch gehen – so wie an diesem Tag.

Quelle: Stadt Gütersloh - hier Original öffnen (www.guetersloh.de)


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