18. August 2023 / Stadt Gütersloh

Generator-Tausch im Windpark Gütersloh

Millimeterarbeit mit tonnenschwerem Koloss.

Veröffentlicht am 18. August 2023 um 08:19 Uhr von Stadt Gütersloh

Millimeterarbeit mit tonnenschwerem Koloss.

Blauer Himmel, windstill, trocken: Als Anika Warning und Francisco Lopez Sommer von den Stadtwerken Gütersloh am vergangenen Montag im Windpark Gütersloh (Rhedaer Forst) eintreffen, finden die beiden Ingenieure optimale Bedingungen vor für das, was an diesem Tag passieren soll. Aufgrund eines technischen Defekts muss der Generator in einem der insgesamt drei Windräder ausgetauscht werden. Was zunächst unspektakulär klingt, ist jedoch keine Kleinigkeit. Denn, der zehn Tonnen schwere Generator befindet sich üblicherweise in der Gondel eines Windrads – und damit in diesem Fall in rund 110 Metern Höhe.

Kran und neuer Generator in Windeseile verfügbar

Doch von vorne: Seit dem 24. Juli war das Windrad außer Betrieb. Der defekte Generator produzierte keinen Strom mehr. Schnell machte sich ein Serviceteam des Anlagenherstellers GE Wind Energy vor Ort ein Bild des Schadens. Das Ergebnis: Der Generator kann nicht vor Ort repariert werden und muss vollständig ersetzt werden. Für Anika Warning und Francisco Lopez Sommer, die bei den Stadtwerken im Bereich Energieerzeugung tätig sind, begannen damit intensive Arbeitstage. „Dass von GE in kürzester Zeit ein neuer Generator gleichen Typs bereitgestellt werden konnte, ist ein echter Glücksfall“, sagt Warning. Angesichts des weit verbreiteten Materialmangels sei das derzeit keine Selbstverständlichkeit. Ebenso wenig selbstverständlich sei, dass der benötigte Spezialkran zeitnah zur Verfügung stand. Mit mehreren Schwertransportern wurde der knapp 110 Tonnen schwere Koloss bereits am vergangenen Wochenende angeliefert. „In der Regel sind Kräne dieser Größe schon ein Dreivierteljahr im Voraus ausgebucht“, schildert Warning. Doch bevor die Experten der Herstellerfirma GE aus Salzbergen und eines Subunternehmers für den Kran mit der Arbeit beginnen konnten, mussten Warning und Lopez Sommer im Voraus auch für eine entsprechende Zuwegung und festen Untergrund sorgen. Rund 1.000 Quadratmeter Fläche wurden mit großen Stahlplatten ausgelegt, um den Sandboden belastbar zu machen.

Generator wird aus der Gondel gehoben

Und dann konnte es losgehen: Während am Boden der Kran aufgebaut wird, erfolgen 110 Meter weiter oben in der Gondel die Vorarbeiten, um den defekten Generator abbauen zu können. Kabel und Leitungen werden demontiert – auch unter der Decke der Gondel. „Um den Generator entfernen zu können, muss zuvor das Dach abgehoben werden“, erklärt Lopez Sommer. Und dann kommt der wichtige Moment: Gesichert an dicken Seilen und Gurten wird der defekte Generator am Haken des Krans aus der Gondel gehoben und schwebt langsam nach unten. „Alles läuft wie am Schnürchen“, freut sich Lopez Sommer. „Aber es sieht alles leichter aus als es ist.“ Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Der defekte Generator wird auf direktem Wege aus der Luft in einen bereitstehenden Lkw gehievt. Das erfordert eine reibungslose Zusammenarbeit der Männer vor Ort. Während sich der Kranfahrer auf die Anweisungen seiner Kollegen oben in der Gondel verlässt, steht ein weiterer Mitarbeiter in der Nähe des Lkw. Mit einem Führungsseil verpasst er dem einschwebenden Generator den richtigen Dreh, ehe dieser sanft auf der Ladefläche landet.

Nach dem Austausch folgt die Feinjustierung

Anschließend wird der neue Generator an den Haken des Krans gehängt und in langsamem Tempo zur Gondel hochgezogen. Dort wird er von den GE-Mitarbeitern in Empfang genommen und vorsichtig an seinem Bestimmungsort platziert. „Jetzt folgt die Feinjustierung“, erklärt Warning. „Generator und Rotorwelle müssen perfekt aufeinander ausgerichtet werden, um im laufenden Betrieb eine Unwucht zu verhindern.“ Und auch die Kabel und Leitungen müssen wieder gezogen werden, nachdem das Dach der Gondel aufgesetzt ist. Anika Warning und Francisco Lopez Sommer sind mit der Abwicklung zufrieden. „Es hätte nicht besser laufen können. Alles hat sehr gut geklappt“, sagen sie.

Windrad bereits wieder am Netz

Für die beiden Ingenieure, die für insgesamt elf Windenergieanlagen der Stadtwerke verantwortlich sind, gehören Schäden in dieser Größenordnung keineswegs zum Alltag. Und auch der technische Defekt im Generator komme eher selten vor. Schon zwei Tage später erinnert im Innern des Windrads nichts mehr an die aufwändigen Arbeiten. „Das Windrad läuft und ist wieder am Netz“, bestätigt Warning am Mittwoch. Die Stadtwerke gehen aktuell davon aus, dass der Schaden vollständig über den Vollwartungsvertrag abgedeckt ist.

  • Anlagenzahl: 3
  • Rotordurchmesser: 120 Meter
  • Gesamthöhe je Anlage: 170 Meter
  • Energieertrag gesamt: 16,8 Gigawattstunden pro Jahr
  • Versorgte Haushalte: 5.000
  • CO₂-Einsparung 5.100 Tonnen
  • Anlagenzahl: 3
  • Rotordurchmesser: 120 Meter
  • Gesamthöhe je Anlage: 170 Meter
  • Energieertrag gesamt: 16,8 Gigawattstunden pro Jahr
  • Versorgte Haushalte: 5.000
  • CO₂-Einsparung 5.100 Tonnen
  • Anlagenzahl: 3
  • Rotordurchmesser: 120 Meter
  • Gesamthöhe je Anlage: 170 Meter
  • Energieertrag gesamt: 16,8 Gigawattstunden pro Jahr
  • Versorgte Haushalte: 5.000
  • CO₂-Einsparung 5.100 Tonnen

Quelle: Stadt Gütersloh - hier Original öffnen (www.guetersloh.de)

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