23. September 2025 / Stadt Gütersloh

Lebensleistung im Dreiklang aus Musik, Kultur und Mitmenschlichkeit

Bundesverdienstkreuz für Ute Schallenberg

Veröffentlicht am 23. September 2025 um 11:42 Uhr von Stadt Gütersloh

Ute Schallenberg aus Isselhorst ist eine Frau, die Menschen zusammenbringt. Viel hat die 76-Jährige für ihren Ortsteil und damit auch für die gesamte Stadt bewegt. Darauf verwies Bürgermeister Matthias Trepper am Montag (22. September) im Haus Kirchstraße 21. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Ute Schallenberg für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz zugesprochen. In einer Feierstunde mit Familie, Freunden und Weggefährten Haus Kirchstraße 21 übernahm Landrat Sven-Georg Adenauer die Verleihung.

Es sei einer seiner letzten Termine im Amt, bekannte Adenauer, „aber genau diese Termine werde ich besonders vermissen, denn sie gehören zu den schönsten.“ Warum das so ist, musste er nicht lange erklären. Die Laudatio auf Ute Schallenberg war Antwort genug. Die Auszeichnung geht an eine Frau, deren Lebensleistung sich im Wohl ihrer Mitmenschen spiegelt. Und weil dabei auch die Musik eine entscheidende Rolle spielt, lagen entsprechende sprachliche Querverweise nahe.

Landrat Adenauer erkannte einen stimmigen „Dreiklang“ im Wirken von Ute Schallenberg, die mit sieben Geschwistern in einem Pfarrhaushalt aufgewachsen ist: Musik, Kultur und Menschlichkeit. Die direkte Beziehung zur Kirchenmusik gehörte quasi zum Familienerbe. Ute Schallenberg war Mitglied des Kirchenchores und Presbyterin in der Evangelischen Kirchengemeinde, als sie sich in den Achtziger Jahren erfolgreich für die Schaffung einer hauptamtlichen Kantorenstelle einsetzte. Doch sie ließ es dabei nicht bewenden. Als Initiatorin, Mitgründerin und langjährige Vorsitzende (25 Jahre!) des Fördervereins Kirchenmusik trug Ute Schallenberg maßgeblich dazu bei, dass die Chorarbeit, Kirchenmusik und hochkarätige Konzerte kostendeckend durchgeführt werden konnten.
Dabei war sie nicht nur Ideengeberin, sondern auch Organisatorin und diejenige, die sich bis ins Detail um einen reibungslosen Ablauf kümmerte: Die Erstellung von Programmen und Plakaten gehörten zu ihrem Aufgabengebiet, aber auch Kaffee und Kuchen oder der Trödel-Stand vor der Kirche beim Isselhorster Dorffest waren Ute Schallenbergs Metier, Einnahmequelle für die gute Sache und Konzept zur erfolgreichen Mitgliederwerbung.

„Ohne das unermüdliche Engagement von Frau Schallenberg würde die Kirchenmusik im Gütersloher Stadtteil Isselhorst sicherlich nicht in diesem Umfang und in dieser Qualität existieren“, heißt es unter anderem in der Begründung für die Ordensvergabe. Eine kleine Kostprobe gaben Chormitglieder und Kantorin Birke Schneider, die die Feierstunde am Piano musikalisch begleitete, stimmstark mit dem Lieblingslied der Geehrten „Auf Seele, Gott zu loben.“

Nicht nur Landrat Adenauer verwies auf den christlichen Glauben von Ute Schallenberg als Basis für ihren umfangreichen ehrenamtlichen Einsatz, der ihr Leben neben ihrer Berufstätigkeit als selbständige Ernährungsberaterin, als Ehefrau und Mutter von vier Kindern prägte. Siegfried Kornfeld, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins Isselhorst, und Reinhard Kölsch, langjähriger Pfarrer im Kirchspiel, würdigten mit bewegenden persönlichen Worten den Einsatz für ihre Mitmenschen. Auch im Heimatverein hat Ute Schallenberg viele Jahre als Vorstandsmitglied Verantwortung übernommen und auch dabei Musik und Menschen zusammengebracht. „Du warst keine, die ihre Ideen mit dem Hinweis ‚man müsste mal…‘ eingebracht hat. Du hast deine Ideen immer selbst umgesetzt“, erinnerte Kornfeld an die unermüdliche Tatkraft.

Einen weiteren Punkt aus der Begründung für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes stellten die drei Redner ebenfalls heraus: Als 2020 jesidische Familien nach Niehorst kamen, war für Ute Schallenberg selbstverständlich, praktische Hilfe anzubieten: Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen, die Organisation von Möbeln und Hausrat, aber auch Spiele oder Hausaufgabenhilfe für Kinder gehörten ebenso dazu wie das Angebot eines Frauenfrühstücks als Ort des Austauschs und der Kommunikation. Und wieder war auch Musik ein verbindendes Element: Sie gründete einen kleinen Kinderchor.

Ute Schallenberg selbst definierte ihre persönliche Auszeichnung als Gemeinschaftsleistung. „Danke, dass ihr mir Raum gegeben habt, meine Ideen zu verwirklichen“, rief sie Freunden und Mitstreitern zu, allen voran der Familie mit Ehemann Wolfgang. „Mit dir wurde vieles möglich“, bekräftigte sie in seine Richtung. Und damit war nicht nur die Tatsache gemeint, dass Wolfgang Schallenberger die meisten Konzerte in der Isselhorster Kirche in hervorragender Qualität mitgeschnitten und als CD zur Verfügung gestellt hat.

Quelle: Stadt Gütersloh - hier Original öffnen (www.guetersloh.de)


Bildnachweis: © siehe Bildnachweisübersicht unter https://www.guetersloh.de/de/bildnachweise.php

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