20. Februar 2026 / Stadt Gütersloh

Stadt Gütersloh entwickelt vernetzende Datenplattform „Urban Stack“ für Kommunen

Innovation trifft auf viel Interesse – Kreis Gütersloh sowie Städte Verl, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg und Detmold...

von Stadt Gütersloh

Wann brauchen die Stadtbäume Wasser? An welchen Tagen sind viele Passanten in der Fußgängerzone unterwegs? Wie verändert sich die Luftqualität? Antworten darauf liefert der „Urban Stack“, eine neue, innovative Datenplattform für Kommunen – die die Stadt Gütersloh als geförderte Smart City selbst entwickelt hat. Allein das ist außergewöhnlich. Der Clou dahinter ist aber der Netzwerkgedanke: Gütersloh nutzt den Urban Stack nicht nur selbst, sondern stellt ihn allen interessierten Kommunen zur Nutzung und zur gemeinschaftlichen Weiterentwicklung zur Verfügung. Daten können untereinander geteilt, digitale Anwendungen für alle entwickelt werden. So können Synergien gehoben und Kosten gespart werden – zum Vorteil aller. Ein Novum in der kommunalen Digitalisierung und eine tolle Initiative, finden die Bürgermeister der Städte Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Verl und Detmold sowie der Kreis Gütersloh: Sie machen mit.

Bürgermeister und Kreisdezernent unterzeichnen Kooperation
Theo Mettenborg (Rheda-Wiedenbrück), Robin Rieksneuwöhner (Verl), Andreas Sunder (Rietberg) und Dezernent Andreas Poppenborg für den Kreis Gütersloh haben kürzlich den Letter of Intent (Absichtserklärung) über eine Kooperation mit der Stadt Gütersloh und die Nutzung des Urban Stack als Partner im Rahmen einer Pilotphase unterzeichnet. Als erste Stadt arbeitet Detmold seit Herbst 2025 mit dem Urban Stack. Zum Startpaket für alle gehören neben der technischen Betreuung durch den Fachbereich Digitalisierung und Geoinformation der Stadt Gütersloh auch jeweils drei smarte Wetterstationen. Die erfassten Wetterdaten fließen direkt in den Urban Stack.

Messdaten aus Sensorik-Projekten fließen in den Urban Stack
Die Bandbreite an Daten, die aus Sensoren, Fachsystemen und Tabellen im Urban Stack zusammenlaufen können, um dort analysiert, verwaltet und grafisch dargestellt zu werden, ist groß. In der derzeitigen Startphase liegt der Schwerpunkt auf Messdaten aus Sensorik-Projekten. Bei der Stadt Gütersloh fließen unter anderem die Zahlen aus der Passantenfrequenzmessung in der City, aus Hochwassersensoren, Mikroklimastationen und Bodenfeuchtemessungen in den Urban Stack ein. Die Datenhoheit bleibt stets bei der Kommune: Sie entscheidet, ob und wem sie Zugriff erteilt. Ein Teilen von Daten kann etwa unter Nachbarkommunen bei stadtgrenzenübergreifenden Themen wie Verkehr oder Hochwasserschutz sinnvoll sein. Um Werte auch für die Öffentlichkeit darzustellen, bietet der Urban Stack ein integriertes Open-Data-Portal.

„Gemeinsame digitale Infrastruktur macht alle unabhängiger“
Weitere digitale „Werkzeuge“ sollen im interkommunalen Austausch nach und nach entwickelt werden – gemäß dem Prinzip des Urban Stack: „Von Kommunen für Kommunen“. „So entsteht eine innovative gemeinsame digitale Infrastruktur, die alle unabhängiger macht, nicht zuletzt von technischen Dienstleistern“, blickt Carsten Schlepphorst, Beigeordneter der Stadt Gütersloh für Digitalisierung, IT, Personal, Organisation und Feuerwehr, voraus. „Wenn wir passgenaue Software entwickeln, die mehrere Verwaltungen für die gleichen Prozesse benötigen, sparen am Ende alle Geld und Ressourcen. Genau diese Vernetzung ist es, die uns alle nur nach vorn bringen kann.“ Diese Ansicht teilt Andreas Poppenborg voll und ganz. „Der Urban Stack ist eine super Initiative der Stadt Gütersloh, der wir als Kreis Gütersloh mit voller Überzeugung beitreten“, so der Dezernent für Personal, Finanzen und Zentrale Dienste beim Kreis Gütersloh. „Für uns ist diese Initiative ein Baustein unserer digitalen Transformation, um die Kreisverwaltung für die Zukunft aufzustellen. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und angespannter Haushaltslage ist es umso wichtiger, dass wir als kommunale Familie kooperieren und gemeinsam innovative und wirtschaftliche Lösungen nutzen.“ Auch Robin Rieksneuwöhner sieht als Bürgermeister der Stadt Verl den Mehrwert des Urban Stack: „Für uns war es selbstverständlich, bei diesem Projekt mitzumachen, weil Digitalisierung vor Ort wirklich etwas bewirken kann. Dabei geht es nicht darum, Technik um der Technik willen einzusetzen, sondern echte Verbesserungen zu schaffen. Und wenn das noch in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen passiert, umso besser – gemeinsam lässt sich einfach mehr bewegen.“

Gütersloher Innovation trifft auf großes Interesse
Eben dies sei der Kerngedanke des Urban Stack, bekräftigt Carsten Schlepphorst. Als die Smart City Gütersloh zur Realisierung von vernetzten Anwendungen, zum Beispiel in Sensorik-Projekten, eine kommunale Datenplattform auf Open-Source-Basis benötigte, fand sie auf dem Markt nichts Passendes. „Die Eigenentwicklung nur für uns selbst wäre nicht wirtschaftlich gewesen“, so Schlepphorst rückblickend. „Wir haben dann über unser Haus hinaus in Richtung der kommunalen Familie gedacht und den Dienstleistungs- und Vernetzungsgedanken zum zentralen Element gemacht.“ Nach rund einjähriger Entwicklungsarbeit im Fachbereich Digitalisierung und Geoinformation stellt die Stadt Gütersloh den Urban Stack nun deutschlandweit auf Smart-City-Veranstaltungen und Digitalkongressen sowie auf Infoveranstaltungen in der eigenen Region vor – und erntet für ihre Innovation großes Interesse. „Mit dem Urban Stack haben wir ein digitales Ökosystem, das Verwaltungen in ihrem Bedarf an modernen technischen Lösungen zur Bündelung von immer größeren Datenmengen abholt und das zugleich die Möglichkeit bietet, im selben System geschützt miteinander Daten zu teilen. Das ist zukunftsgerichtet“, hebt Carsten Schlepphorst hervor. Ein Konzept, das auch Andreas Sunder, Bürgermeister der Stadt Rietberg, unterstützt: „Wichtig ist, dass wir Daten nicht nur erfassen, sondern auch korrekt interpretieren. Denn sie können uns an vielen Stellen im kommunalen Leben den Alltag erleichtern. Ich freue mich sehr, dass wir mit diesem Projekt einen weiteren wichtigen Schritt hin zu mehr Digitalisierung und Vernetzung machen. Davon können wir alle nur profitieren.“ Als erste Stadt im Kreis hatte Rheda-Wiedenbrück die Partnerschaft im Urban Stack zugesagt. „Das Projekt hat uns überzeugt“, so Bürgermeister Theo Mettenborg. „Es bietet eine hervorragende Grundlage für den weiteren Ausbau der Digitalisierung. Mit dem Urban Stack können Daten effizienter genutzt und viele Prozesse intelligent gesteuert werden.“

Für die technische Einrichtung des Urban Stack und die Sensorikanbindung der Wetterstationen fällt pro Kommune einmalig ein Beitrag von 5000 Euro netto an. Die über Smart City geförderte Pilotphase läuft bis Ende 2026. Anschließend soll der Urban Stack in eine Rechtsform überführt werden.

Mehr zum Urban Stack unter: www.guetersloh.digital

Urban Stack ist eine innovative Plattform für Daten und interkommunale Zusammenarbeit, entwickelt von der Stadt Gütersloh im Rahmen des Modellprojekts Smart City. Im Urban Stack können verschiedenste Daten einer Kommune zusammenlaufen, analysiert, verwaltet, grafisch dargestellt und mit anderen Kommunen oder mit der Öffentlichkeit geteilt werden. Alle Kernkomponenten sind Open Source und bestehen aus Modulen, die aufeinander aufbauen, daher „Stack“, zu Deutsch: Stapel. Die Stadt Gütersloh nutzt ihren Urban Stack nicht nur selbst, sondern stellt ihn allen interessierten Kommunen und Kreisen in Deutschland im Rahmen einer Kooperation zur Verfügung. Ziele sind eine gemeinsame digitale Infrastruktur und eine offene, vernetzte Basis als Fundament für Digitalisierungsprojekte. Der Kerngedanke des Urban Stack ist die Zusammenarbeit zwischen Verwaltungen, Mitarbeitenden und Bürgerinnen und Bürgern. Der Urban Stack ist daher mehr als nur ein technisches Werkzeug: Er ist ein sozio-technisches System – ein digitales Ökosystem.

Quelle: Stadt Gütersloh - hier Original öffnen (www.guetersloh.de)


Bildnachweis: © siehe Bildnachweisübersicht unter https://www.guetersloh.de/de/bildnachweise.php

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