Für Siegfried Kornfeld und Astrid Schoon-Rohlfs, die bereits als Kind plattdeutsch zu verstehen lernten, war die Sprache immer schon ein Teil ihres (Familien-)Lebens und eine Sprache, die Türen zu Menschen öffnen kann. Es stellt sich auch die Frage, wie man der nächsten Generation das Plattdeutsche näherbringen kann. Das Podium sieht die Möglichkeit unter anderem über Gedichte und Lieder, die gerade Kinder begeistern können. Das berichtet auch Elisabeth Wullengerd, die mit interessierten Erzieherinnen aus dem Kindergarten ihrer Kinder hochdeutsche Lieder auf Plattdeutsch übersetzt. Auch Astrid Schoon-Rohlfs erzählt, wie sie mit Hilfe des Esels Horst, Maskottchen des Heimatvereins Isselhorst, Kinder spielerisch zum Plattdeutsch lernen animiert. „Das Herz für Plattdeutsch ist offen“, so Schoon-Rohlfs. Anders als bei dem restlichen Podium war Plattdeutsch in der Kindheit von Christian Roter nicht sonderlich präsent, doch der 33-jährige entschied sich trotzdem für ein Studium des Niederdeutschen und brachte so neben der Expertise der Moderatorin Dr. Wallmeier den wissenschaftlichen Aspekt in die Veranstaltung.
Neben der Frage, ob es eigentlich ein Gütersloher Platt gibt – ganz nach dem Motto „Wo kommst du wech?“ – wurde insbesondere die Zukunft des Platt diskutiert. Schoon-Rohlfs plädiert für das Sichtbarmachen von Sprecherinnen und Sprechern mit einem Anstecker an der Kleidung, sodass sich Gesprächspartner leichter erkennen können. Und auch die Künstliche Intelligenz könnte in Zukunft beim Übersetzen helfen, weiß Siegfried Kornfeld. Wichtig sei, so Kornfeld, dass sich die Sprache der Lebensrealität anpasse: man müsse auch heute noch Texte auf Platt schreiben. Dass sich die Sprache in Kombination mit dem Hochdeutschen und auch heutigen englischen Begriffen entwickelt und verändert, lasse die Sprache lebendig bleiben.
Auch das Publikum teilte eigene Erinnerungen und Anekdoten, wodurch ein lebendiger Austausch „über Hoch und Platt“ entstand. Die Mischung aus wissenschaftlicher Perspektive und persönlichem Bezug machte den Abend zu einem besonderen Erlebnis. Das Interesse an der Veranstaltung zeigt: Plattdeutsch lebt – und findet auch in Zukunft seinen Platz in Gütersloh.
Die Veranstaltung wurde per Video dokumentiert und ist demnächst über das Kulturportal der Stadt Gütersloh abrufbar.
Quelle: Stadt Gütersloh - hier Original öffnen (www.guetersloh.de)
Bildnachweis: © siehe Bildnachweisübersicht unter https://www.guetersloh.de/de/bildnachweise.php







