Seit einigen Jahren macht der Eichenprozessionsspinner von sich reden. Die Brennhaare der Raupe können allergische Reaktionen und Hautreizungen verursachen. Doch der Schädling hat natürliche Feinde – Meisen. An der Josefschule in Gütersloh liefen deshalb die Akkuschrauber heiß: Die Kinder der Garten-AG haben kürzlich eigenständig Nistkästen für Meisen zusammengebaut. Denn die Vögel fressen den Schädling.
Mit großem Engagement und sichtbarem Stolz, präsentierten sie ihre Werke – und konnten es kaum erwarten, diese anschließend auf dem Schulgelände aufzuhängen. Möglich gemacht wurde das Projekt durch den Fachbereich Umweltschutz der Stadt Gütersloh. Er stellte sowohl der Josefschule als auch der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Grundschule Heidewald entsprechende Bausätze zur Verfügung. AG-Leiterin Christiane Klinge zeigt sich begeistert: „Es ist wunderbar, wenn Kinder nicht nur im Klassenzimmer über Natur lernen, sondern draußen aktiv werden und mit anpacken können.“ Unterstützt wurde sie dabei von zwei Studierenden im Praxissemester sowie einem ehemaligen Kollegen.
Bei der Montage der Nistkästen auf dem Schulhof war die Aufregung groß. Die Kinder suchten eifrig nach geeigneten Plätzen in den Bäumen. „Mein Kasten soll an den ganz dicken Baum!“, rief eines der Kinder. Auch Schüler Luca hat bereits einen festen Plan: „Ich schaue jetzt jeden Tag nach, ob schon eine Meise eingezogen ist.“
Dass ausgerechnet diese beiden Schulen ausgewählt wurden, hat einen konkreten Hintergrund: In ihrem Umfeld ist vermehrt der Eichenprozessionsspinner aufgetreten. Hier setzen die Nisthilfen an: Meisen suchen in der Nähe ihrer Brutplätze nach Nahrung und können so auf natürliche Weise dazu beitragen, die Population der Raupen zu reduzieren. „Wir sind gespannt, ob sich ein Effekt beobachten lässt“, sagt Wiebke Dreessen vom Fachbereich Umweltschutz. „Parallel dazu werden stadtweit alle gemeldeten Standorte überprüft und an sensiblen Stellen auch professionelle Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt.“
Unabhängig vom möglichen Nutzen für die Schädlingsbekämpfung hat das Projekt bereits jetzt einen wichtigen Effekt erzielt: Die Kinder nehmen ihre Umwelt bewusster wahr und verfolgen gespannt, ob bald die ersten Meisen in die selbstgebauten Kästen einziehen.
Bürgerinnen und Bürger können Nester des Eichenprozessionsspinners unter www.stadt.gt/eichenprozessionsspinner bei der Stadt Gütersloh melden.
Quelle: Stadt Gütersloh - hier Original öffnen (www.guetersloh.de)
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