5. Juli 2024 / Stadt Gütersloh

„Wir sind im Wandel angekommen“ - Erzählcafé im Feuerwehrmuseum in Isselhorst

Zwischen 50.000 themenbezogenen Objekten geht es um die Geschichte der Feuerwehr in Gütersloh.

von Stadt Gütersloh

Zwischen 50.000 themenbezogenen Objekten geht es um die Geschichte der Feuerwehr in Gütersloh.

Dass die Feuerwehr nicht nur Feuer und Flamme bedeutet, hat kürzlich das zweite Erzählcafé des Jahres im Feuerwehrmuseum in Isselhorst gezeigt. Organisiert hatte die Veranstaltung der Fachbereich Kultur der Stadt Gütersloh gemeinsam mit dem Stadtarchiv. Rund 30 Interessierte haben sich zu dem Treffen im Museumscafé eingefunden, das sich in den historischen Räumlichkeiten des Gasthauses „Zur Linde“ befindet, und bis auf den letzten Platz besetzt war. Die Moderation des Erzählcafés übernahm Historiker Christopher Kirchberg, der seit gut einem Jahr am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster zur Geschichte der Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen forscht und sich in diesem Zusammenhang im Rahmen des Projektes zur Stadtgeschichte auch mit der Geschichte der Gütersloher Feuerwehr auseinandergesetzt hat.

Podiumsgäste mit langjähriger Praxiserfahrung

Als Podiumsgäste hatte Kirchberg Feuerwehr-Expertinnen und -Experten eingeladen, die den Teilnehmenden des Erzählcafés aus ganz unterschiedlicher Perspektive von ihrer langjährigen Praxis berichten konnten: Hans-Joachim Koch, seit 1999 Leiter der Gütersloher Feuerwehr (Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr), Rolf Ortmeier, Museumsleiter und selbst langjähriges Mitglied der Isselhorster Feuerwehr, Jeanette Theilmeier, seit 2023 Leiterin der Werkfeuerwehr von Miele, und Matthias Heitwerth, seit 1978 Mitglied und seit einigen Jahren Geschäftsführer des Spielmannszugs Avenwedde sowie Kreisstabführer des Kreisfeuerwehrverbandes Kreis Gütersloh.

Zum Einstimmen in die Veranstaltung hatte Rolf Ortmeier noch einen Einblick in seine Sammlung rund um das Thema Feuerwehr gegeben. Der Sammler hat in vielen Jahrzehnten über 50.000 Objekte zusammengetragen, darunter eine Rückentragespritze aus dem Jahre 1784 oder auch eine New Yorker Feuerwehrmontur, die bei den Bergungsarbeiten am World Trade Center im September 2001 zum Einsatz kam. Derart gut vorbereitet konnten die Teilnehmenden anschließend direkt ins Museumscafé wechseln und an der hitzigen Diskussion mit den Expertinnen und Experten teilnehmen.

Spannende Aussagen zu drei Themenfeldern

Mit gezielt platzierten Fragen führte Moderator Christopher Kirchberg durch die Veranstaltung und entlockte den Podiumsgästen spannende Aussagen zu den drei Themenfeldern „Aufbau der Feuerwehr“, „Aufgaben und Alltag“ sowie „Technik und Ausstattung“. Über allem stand die Frage: Wie hat sich die Feuerwehr im Laufe der Zeit entwickelt? Zum Einstieg erläuterte Hans-Joachim Koch die Bedeutung der Kommunalreform für die Geschichte der Feuerwehr. So sei das erste Argument zur Gründung der Berufsfeuerwehr gewesen, besser an die Strukturen und Ortsteile angebunden zu sein, so Koch, denn: „Die eine Feuerwehr Gütersloh gab es in diesem Ursprung gar nicht.“

Jeanette Theilmeier ist die erste Frau an der Spitze der Werkfeuerwehr von Miele. Theilmeier sieht aktuell jedoch eine große Entwicklung anstehen: „Ich denke, wir sind schon im Wandel angekommen. Dass die Frauen auch den Mut haben, dabei zu sein, sehen wir immer mehr.“ Diese Entwicklung sei eine Investition in die Zukunft der Feuerwehr, so Theilmeier weiter. Auch Hans-Joachim Koch sieht noch Aufholbedarf bei den einzelnen Löschzügen. „Ausgeglichen ist das nicht“, so Kochs Einschätzung. Im Bereich der Feuerwehr-Musik im Kreis Gütersloh sei das Verhältnis zwischen Männern und Frauen dagegen ähnlich, berichtet Matthias Heitwerth.

„Wenn es Euch schlecht geht, ruft im Zweifel den Rettungsdienst!“

Auch zum Bereich Aufgaben und Alltag der Feuerwehr konnten die Fachleute unterschiedliches berichten. So widmet sich die Werkfeuerwehr verstärkt der Brandprävention und dem vorbeugenden Brandschutz. Auch sieht Ortmeier eine ganz andere Brandbekämpfung als früher. „Es gibt heute viel weniger Großbrandereignisse. Vermutlich sind wir zu schnell.“ Hans-Joachim Koch ergänzt: „Statistisch gesehen brennt es verhältnismäßig selten. Und wenn doch, dann bringen wir hochprofessionelle Hilfe an den Unfallort.“ Sein Appell: „Wenn es Euch schlecht geht, ruft im Zweifel den Rettungsdienst!“

Zum Abschluss der „feurigen“ Veranstaltung richteten die Beteiligten Ihren Blick in die Zukunft. Mit etwas Sorge sieht Matthias Heitwerth die Entwicklung des Spielmannszuges. Heute sei die Anzahl derjenigen, die in den Spielmannszug eintreten, sehr überschaubar. „Dabei spielen wir alles. Man muss nur Bock haben, in der Gemeinschaft Musik zu machen“, so Heitwerth. Die Aufzeichnung des Erzählcafés ist in Kürze über www.kulturportal-guetersloh.de abrufbar.

Quelle: Stadt Gütersloh - hier Original öffnen (www.guetersloh.de)

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