Pferde, Soldaten, Bärenfellmützen, Marschmusik und ein kleiner Prinz, der rumalbert: Der britische König Charles III. ist zum ersten Mal seit seiner Thronbesteigung mit der Geburtstagsparade «Trooping the Colour» geehrt worden. Der 74-Jährige wirkte am Samstag sichtlich gerührt, als er mit anderen Mitgliedern der Royal Family der Menge zum Abschluss vom Balkon des Buckingham-Palasts zuwinkte. Viel Aufmerksamkeit zog sein fünfjähriger Enkel Prinz Louis auf sich. Der jüngste Sohn von Thronfolger Prinz William (40) und Prinzessin Kate (41) fiel erneut mit amüsantem Verhalten auf: Erst hielt er sich beim Fahren in der Kutsche die Nase zu - wohl wegen des Pferdemists. Später schien er mit ausgestreckten Armen einen Motorradfahrer nachzuahmen. Und zur Freude der Royal-Fans salutierte er den Flugzeugen, die über den Buckingham-Palast donnerten. Die britische Boulevardzeitung «Sunday Express» titelte: «Frecher Louis begeistert Fans bei Opas erster Trooping the Colour». «Trooping the Colour» findet unabhängig vom tatsächlichen Geburtstag des Monarchen (Charles am 14. November; Queen Elizabeth II. einst am 21. April) stets im Juni wegen besseren Wetters statt. Die Tradition geht zurück bis auf das Jahr 1760. Trotz Bewölkung war es am Samstag in London trocken und nicht mehr ganz so heiß wie in den Tagen zuvor. Bei Sonnenschein und einer leichten Brise zog die Prozession mit 1400 Soldaten, 200 Pferden sowie 400 Mitgliedern von Militärkapellen durch die Londoner Innenstadt. Zehntausende hatten sich entlang der Route versammelt, um das Spektakel und die Royals zu sehen. Charles ritt mit tief ins Gesicht ragender Bärenfellmütze vor seinem Sohn William, seiner Schwester Prinzessin Anne (72) und seinem jüngsten Bruder Prinz Edward (59). Alle vier trugen Uniform. In einer Kutsche folgten die 75 Jahre alte Queen Camilla sowie Prinzessin Kate und die drei Kinder von Kate und William: Prinz George (9), Prinzessin Charlotte (8) und Prinz Louis (5). Während die beiden Jungs dunkle Jacketts mit roter Krawatte trugen, hatte Charlotte ein weißes Kleid an. Die Prozessionsroute führte vom Buckingham-Palast über die schnurgerade Prachtstraße «The Mall» und von dort zum Exerzierplatz Horse Guards Parade, auf dem der König seine Truppen inspizierte. Er blieb während der Zeremonie im Sattel sitzen. Seine im September gestorbene Mutter, Queen Elizabeth II., hatte sich dieser Strapaze zuletzt im Jahr 1986 im Alter von 60 Jahren ausgesetzt. Der Name «Trooping the Colour» bezieht sich auf das Präsentieren der auch als «colour» bezeichneten Fahnen der teilnehmenden Regimenter. Geprägt wird die Veranstaltung von den Fußsoldaten der königlichen Leibgarde (Household Division) mit ihren roten Paradeuniformen und Bärenfellmützen. Abschluss und Höhepunkt von «Trooping the Colour» ist stets der Überflug von Militärflugzeugen und Hubschraubern der Royal Air Force über den Buckingham-Palast, während die Königsfamilie auf dem Balkon steht. Zum Abschluss färbte die Kunstfliegerstaffel Red Arrows den Himmel in die Farben des Union-Jacks: blau, rot, weiß. Am Sonntag beherrschte die Titelseiten britischer Zeitungen dann schon ein anderes Royal-Foto. Darauf zu sehen: William mit seinen Kindern. Das Bild wurde zum Vatertag, der in Großbritannien und vielen anderen Ländern am dritten Juni-Sonntag gefeiert wird, veröffentlicht. Alle grinsen - besonders breit und in der Mitte tut es Prinz Louis.Prinz Louis stiehlt seinem Opa die Show
Charles zu Ross - Camilla in Kutsche
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«Trooping the Colour»: Geburtstagsparade für Charles III.
Bei Sonnenschein lässt sich König Charles erstmals mit der traditionellen Geburtstagsparade «Trooping the Colour» feiern. Der fünfjährige Prinz Louis macht seinem Ruf als Frechdachs alle Ehre.
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