21. September 2022 / Aktueller Hinweis

Stadt Gütersloh ergreift weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung

Straßenbeleuchtung wird nachts stundenweise abgeschaltet

Im Winter wird es etwas kälter und dunkler in Gütersloh, dadurch sollen Strom und Gas gespart werden. Welche Maßnahmen konkret ergriffen wurden erfahrt ihr hier.

Pressemitteilung der Stadt Gütersloh:

Die Stadt Gütersloh hat einen Maßnahmenplan zur Einsparung von Strom und Gas erarbeitet. Bürgermeister Norbert Morkes hat die in einer Arbeitsgruppe mit der Politik abgestimmten Maßnahmen am Montag (19.09.2022) in der Sitzung des Hauptausschusses vorgestellt. Sie werden nun unmittelbar umgesetzt; bei einigen ist dies bereits geschehen. Die Bandbreite reicht von der Absenkung der Temperatur in allen städtischen Gebäuden bis hin zur stundenweisen Abschaltung der Straßenbeleuchtung in der Nacht. 

„Angesichts der Energiekrise sind wir alle angehalten, unseren Strom- und Gasverbrauch zu senken, damit wir alle zusammen durch den Winter kommen“, so Bürgermeister Norbert Morkes. „Das gilt für Unternehmen genauso wie für Privathaushalte und öffentliche Institutionen. Selbstverständlich stellen sich auch die Stadt Gütersloh und ihre Tochterunternehmen ihrer Verpflichtung. Wir müssen etwas tun und wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen. In den vergangenen Wochen haben wir sozusagen jeden Winkel in unseren Häusern dahingehend ausgeleuchtet, ob, wo und wie der Verbrauch von Gas und Strom effektiv gesenkt werden kann.“ Die Bundesregierung hat unter anderem verordnet, dass in öffentlichen Gebäuden die Temperatur auf höchstens 19 Grad abgesenkt und die Beleuchtung von Gebäuden und Denkmälern abgestellt wird. „Mit unserem Maßnahmenpaket stellen wir uns diesen Vorgaben“, erklärt der Bürgermeister. Er betont: „Das, was wir als Stadt tun können, das tun wir auch.“ 

Zu klären war im Vorfeld, so Morkes weiter, welche Maßnahmen die Stadt ergreifen kann, ohne ihre Leistungsfähigkeit für die Bürgerinnen und Bürger aufs Spiel zu setzen. Alle Vorschläge wurden auf ihren konkreten Einspareffekt, auf die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme – insbesondere soziale Folgen – und auf ihre kurzfristige und mittelfristige Auswirkung hin geprüft. Maßnahmen, die unmittelbar auch die Bürger betreffen, wurden besonders sorgfältig abgewogen. Ein Beispiel ist die nächtliche Abschaltung der Straßenbeleuchtung für jeweils vier Stunden ab dem 1. Oktober. „Das ist etwas, das das Stadtbild verändert und das jeder Gütersloher wahrnehmen wird. Und es berührt sicherlich bei dem Einen oder Anderen das persönliche Sicherheitsempfinden. Deshalb werden wir genau hingucken, wie das läuft, auch im Austausch mit der Polizei“, versichert der Bürgermeister. Als Ausnahmen bleiben der Bahnhofsvorplatz und der ZOB weiter beleuchtet. Mit rund 2,6 Millionen Kilowattstunden (kwH) Verbrauch im Jahr ist die Straßenbeleuchtung ein erheblicher Stromverbrauchsposten bei der Stadt Gütersloh. Durch die Einschränkung erwartet die Stadt jetzt Einsparungen in Höhe von monatlich rund 60.000 kWh. 

Ein weiterer Punkt, der abgewogen wurde, ist die städtische Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt. „Wir haben uns dagegen entschieden, sie vollständig ausfallen zu lassen“, informiert Norbert Morkes. „In den dunklen Monaten hat das Licht der Advents- und Weihnachtszeit eine besondere Bedeutung und Wirkung. Gerade in den aktuellen Zeiten brauchen wir Wärme für die Seele.“ Energie wird trotzdem eingespart – indem sämtliche Beleuchtung komplett auf LED umgestellt wird und eine Stunde nach Schließung des Weihnachtsmarkts abgeschaltet wird. 

Die wichtigsten Energieeinsparmaßnahmen im Einzelnen:

  • Fassadenbeleuchtungen der städtischen Gebäude sind abgeschaltet. Ausnahme: dort, wo es aus Sicherheitsgründen erforderlich ist.
  • Beleuchtung in den Gebäuden ist bis auf die Fluchtwegebeleuchtung aus.
  • Warmwasser ist in allen Verwaltungs- und Schulgebäuden abgeschaltet bis auf Ausnahmen, wo die Warmwasserversorgung in Küchen oder für die Gebäudereinigung per Durchlauferhitzer zur Verfügung stehen muss.
  • 19 Grad Raumtemperatur als Höchsttemperatur in den Verwaltungsgebäuden der Stadt Gütersloh. Für die eigenständigen Tochterunternehmen wird dies als Bitte zur Umsetzung weitergegeben.
  • Bürotechnik (PCs, Monitore, Drucker etc.) wird am Ende des Arbeitstages konsequent abgeschaltet. Wo Büro-PCs eingeschaltet werden müssen, damit morgens aus dem Homeoffice darauf zugegriffen werden kann, soll das über Kollegen veranlasst werden. Alle Beschäftigen wurden sensibilisiert, generell unnötige Stromverbräuche zu vermeiden.
  • Ein zentrales Vorschlagswesen wurde eingerichtet.
  • Sporthallen: Die Temperatur wird abhängig von der Nutzung reduziert.
  • Umstellung der Beleuchtung auf LED: vielfach bereits Standard; wo noch nicht, wird Umstellung in Angriff genommen.
  • Straßenbeleuchtung in Gütersloh wird überall ab dem 1. Oktober nachts abgeschaltet, damit verbunden auch die Beleuchtung von Bushaltestellen, Fußgängerüberwegen und Werbetafeln. Konkret: montags bis donnerstags in der Zeit von 0 bis 4 Uhr sowie freitags bis sonntags in der Zeit von 2 bis 6 Uhr. Ausgenommen sind im Stadtzentrum der Bahnhofsvorplatz und der gegenüberliegende Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) – hier bleibt die Beleuchtung an.
  • Weihnachtsbeleuchtung auf dem Weihnachtsmarkt und in der Innenstadt ausschließlich mit LED. Die Beleuchtung wird eine Stunde nach Schließung des Weihnachtsmarkts abgestellt.

Zu der Frage, ob in den Duschen der städtischen Sporthallen und Sportstätten zusätzlich zur beschlossenen Absenkung der Raumtemperatur auch nur noch kaltes Wasser laufen soll, wurden im Austausch mit den Gütersloher Vereinen die Vor- und Nachteile abgewogen. Im Ergebnis wird in den Sportstätten bis auf Weiteres weiterhin warmes Wasser zur Verfügung stehen, informiert der Erste Beigeordnete und Sportdezernent Henning Matthes. „Hierüber haben wir sehr intensiv diskutiert. Zu berücksichtigen war hier vor allem einerseits die Legionellen-Problematik und andererseits, dass zwei Jahre Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen und Betriebsverboten den Sportvereinen und ihrem sozialen Gefüge erheblich zugesetzt und vielfach zu Mitgliederschwund geführt haben“, so Matthes. „Bei den Vereinen besteht die auch aus unserer Sicht durchaus berechtigte Sorge, dass eine im wahrsten Wortsinn kalte Dusche Mitglieder vom Sportbetrieb fernhält oder zur Kündigung veranlasst. Die Vereine haben uns zugesichert, alle Mitglieder und Nutzer der Sportstätten zu einem sehr sparsamen und energieschonenden Verhalten anzuhalten.“

Die Stadt Gütersloh prüft derzeit die Bereitstellung von Wärmeräumen – „Wärmeinseln“, wo sich insbesondere ältere Menschen auch bei einem sehr kalten Winter aufhalten können. Dazu böte sich, solange Gas zur Verfügung steht, die Stadtbibliothek an.

Darüber hinaus können im Notfall mehrere städtische Gebäude mit Notstrom betrieben werden. Dazu gehören außer der Feuer- und Rettungswache und den Feuerwehrgerätehäusern zum Beispiel auch das Rathaus, die 3. Gesamtschule und die Anne-Frank-Gesamtschule; für das Städtische Gymnasium ist ein Notstrombetrieb in Vorbereitung. An den genannten drei Schulstandorten werden zudem gasunabhängige Heizungen betrieben. Ob, für welche Art des Betriebs und in welchem Umfang sie bei einem Ausfall der Gaslieferung zur Verfügung stehen, wird zurzeit in der Verwaltung geprüft. Ob und in welchem Fall diese Standorte für die Bürgerinnen und Bürger geöffnet werden, hängt darüber hinaus elementar von der Ausgangslage ab. 

Beim städtischen Eigenbetrieb Kultur Räume Gütersloh führt die kürzlich abgeschlossene Erneuerung der Fassade der Stadthalle zu deutlich weniger Gasverbrauch. Die Klimatisierung der Räume wird auch hier auf 19 Grad Maximaltemperatur umgestellt. Im Theater wird die Innenbeleuchtung bis Ende dieses Jahres auf LED umgerüstet sein. Zu den jeweiligen Situationen und möglichen Maßnahmen bei den städtischen Tochterunternehmen wird auf die zur Hauptausschusssitzung vom 22.08.2022 vorgelegte Übersicht (Vorlage DS-Nr. 302/2022 im Ratsinformationssystem) verwiesen.

Bild: Pixabay / Alexas_Fotos

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