27. Oktober 2021 / Allgemeines

Astronaut Maurer in Cape Canaveral - Bald 600. Mensch im All

Nur noch wenige Tage - dann soll der deutsche Esa-Astronaut Matthias Maurer zum zwölften Deutschen im All werden. Insgesamt wäre er damit sogar der 600. Mensch im Weltraum.

Matthias Maurer aus Deutschland, ESA-Astronaut, steht in seiner Extravehicular Mobility Unit (EMU) für ein Porträt.
Veröffentlicht am 27. Oktober 2021 um 17:17 Uhr von dpa

Wenige Tage vor seinem geplanten Start zur Internationalen Raumstation ISS ist der deutsche Esa-Astronaut Matthias Maurer am Weltraumbahnhof Cape Canaveral angekommen.

Maurer und seine drei Nasa-Kollegen Thomas Marshburn, Raja Chari und Kayla Barron stiegen am Dienstag - gekleidet in blaue Anzüge und mit Schutzmasken - aus einem kleinen Flugzeug auf dem Weltraumbahnhof im US-Bundesstaat Florida.

Sie wurden von Mitarbeitern der US-Raumfahrtbehörde, der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa und des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX mit Applaus empfangen. Bis Sonntag stehen in Cape Canaveral nun noch zahlreiche letzte Vorbereitungen und Kontrollüberprüfungen an. Das «Crew Dragon»-Raumschiff hätten sie schon inspiziert, sagte Chari bei einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch. «Wir konnten schon die Hände auf unseren Drachen legen.» 

Maurer hofft auf gute Zeit im All

«Ich bin sehr aufgeregt, dass ich vor meinem ersten Flug ins All stehe», sagte Maurer bei einer kurzen Pressekonferenz nach der Ankunft. «Meine Crew-Mitglieder sind großartig, und ich freue mich darauf, eine gute Zeit im All zu haben.» Der Fokus liege auf den wissenschaftlichen Experimenten, die er und seine Kollegen auf der ISS durchführen wollten, sagte der 51 Jahre alte Saarländer weiter.

Der Start der sogenannten «Crew-3» ist für den 31. Oktober um 2.21 Uhr Ortszeit (7.21 Uhr MEZ) geplant. Maurer wäre der zwölfte Deutsche im All - und der vierte Deutsche auf der ISS. Transportiert werden die Vier im «Crew Dragon» der Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk.

Auf der ISS soll Maurer in rund 400 Kilometern Höhe etwa sechs Monate lang zahlreiche Experimente durchführen und auch einen Außeneinsatz absolvieren. Die letzten Untersuchungen vor dem Start seien bisher alle sehr gut verlaufen, sagte Nasa-Manager Bob Cabana. «Wir haben ein gutes Raumschiff für euch, Leute.» 

Nummer 600 bereit zum Abheben

Mit den vier Astronauten würde die Zahl der je ins All geflogenen Menschen auf über 600 steigen, teilte die Nasa mit. Maurer ordnete die Behörde die Nummer 600 zu. «Ich war der Glückliche, der diese runde Zahl bekommen hat, aber wir werden alle Spaß im All haben», sagte der Deutsche.

Er habe den Platz eigentlich seiner Kollegin Barron abgeben wollen. Für sie fühle sich das alles noch etwas «surreal» an, sagte Barron. «Das wird der erste Raketenstart sein, den ich live sehe - und ich werde in der Kapsel sitzen.»

Für ihn sei es «eine ganz neue Art zu reisen», scherzte Maurer. «Es ist das erste Mal, dass ich aufbreche zu einer Reise, und ich muss mich um gar nichts kümmern, weil alles für mich organisiert wird, und ich kann mich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist.» Er hoffe bis zum Sonntag auf «eine tolle Woche», sagte Maurer.


Bildnachweis: © Robert Markowitz/Nasa/Jsc Imag/dpa
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