Aktuelles

Stadtentwässerung immer im Blick

In Gütersloh kennt Ulrich Lichtenberg sich bestens aus. Vor allem unter der Erde, in den Kanälen für Regen- und Schmutzwasser. Davon gibt es in Gütersloh viele Kilometer: allein 370 Kilometer Regenwasserkanäle und circa 390 Kilometer Schmutzwasserkanäle. In den letzten Jahren hat den Leiter der Abteilung Städtentwässerung im Fachbereich Tiefbau der Stadt Gütersloh vor allem eines umgetrieben: Wie kann man die Kanalsanierung systematisch und unter Einbeziehung eines Alterungsmodells planen und umsetzen? Wo soll man anfangen? Mit welchem Budget? - Gelungen ist das mit einer Analyse und einem daraus abgeleiteten Bauprogramm, das den Altersverlauf der Kanäle prognostiziert. Diese Analyse wurde von  einem Landesförderprogramm unterstützt.

Jedes Jahr müssen demnach drei Millionen Euro, Tendenz steigend, in die Kanalsanierung fließen. Wie in anderen Städten auch sind die Kanäle in Gütersloh längst in die Jahre gekommen, so dass circa 20 Prozent defekt sind. Lichtenberg findet das genauso spannend wie andere auch. Über das Gütersloher Kanalsanierungskonzept hat er bereits in Oldenburg referiert, in einer Fachzeitschrift die Gütersloher Erfahrungen veröffentlicht und zahlreiche Anfragen von anderen Städten beantwortet. Lichtenberg arbeitet seit 27 Jahren für die Stadt Gütersloh, hatte in Suderburg, Niedersachsen, „Wasserwirtschaft und Kulturtechnik“ studiert und war vor seinem Eintritt bei der Stadt Gütersloh unter anderem in einem Ingenieurbüro, sowie bei den Stadtverwaltungen in Hameln und Einbeck beschäftigt. Ende März geht er in den Ruhestand.

Zum Team in der Stadtentwässerung gehören 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zuständig sind für die Sanierung und Ableitung  des Schmutzwassers sowie des Regenwassers und den Entwurf und Neubau von Kanälen im Stadtgebiet. Auch die Indirekteinleiterüberwachung, die Grundstücksentwässerung und der Technische Hochwasserschutz gehören zu den Aufgaben dieser Abteilung. Als Lichtenberg 1991 in den Fachbereich Tiefbau der Stadt Gütersloh kam, war eines seiner ersten Projekte der Generalentwässerungsplan für die Regenwasserkanäle.

Das gesamte Netz zu analysieren, hydraulisch zu berechnen und so einen systemischen Überblick zu verschaffen: Daran wurde mehr als zehn Jahre gearbeitet.  Ein weiterer Meilenstein war der rund zehnjährige Erweiterungsbau am Gütersloher Klärwerk Putzhagen mit einem Investitionsvolumen von rund 62 Millionen Mark, der im Jahre 2000 abgeschlossen wurde. Durch den Ausbau der sogenannten 3. Reinigungsstufe sind die Einleitungen von Stickstoff   Jahr für Jahr  um 270 Tonnen zurückgegangen. Die Einleitung von Phosphor konnte um 90 Tonnen reduziert werden.

Privat tummelt sich Lichtenberg lieber über Wasser. Er schwimmt gerne und ist viele Jahre gesegelt. Geplant sind bereits einige Reisen; bei denen vor allem eines auf dem Programm steht: Einfach mal wieder etwas mehr über den Tellerrand schauen.

Bild: Nach 27 Jahren Einsatz für die Stadtentwässerung der Stadt Gütersloh geht Ulrich Lichtenberg in den Ruhestand.

Teile diesen Artikel: