Ständiger Verkehrslärm stört Jungvögel beim Erlernen ihres Gesangs und hemmt ihr Immunsystem. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen bei Starnberg. «Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass junge Singvögel genau wie menschliche Kinder besonders anfällig für die Auswirkungen von Lärm sind, weil dieser das Lernen in einem kritischen Entwicklungsstadium beeinträchtigen kann», sagte der Leiter des internationalen Forschungsprojekts, Henrik Brumm. Die Forscherinnen und Forscher halten es sogar für möglich, dass Verkehrslärm auf Dauer den Vogelgesang an sich verändern kann. Lärmbedingte Kopierfehler häuften sich wahrscheinlich an, wenn der Gesang von einem Vogel zum anderen weitergegeben werde, so ihre Vermutung. Für die Studie hatte das Forschungsteam männlichen Zebrafinken-Küken regelmäßig den Gesang erwachsener Männchen vorgespielt. Eine Gruppe Vögel bekam zusätzlich Lärm zu hören, wie er entlang stark befahrener Straßen auftritt. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Tiere aus lauten Nestern schwächere Immunreaktionen hatten. «Lärm scheint also eine Quelle für chronischen Stress bei diesen Jungvögeln gewesen zu sein», so ihr Fazit. Zudem sei die stimmliche Entwicklung der Küken stark verzögert und die Genauigkeit beim Erlernen des Gesangs deutlich geringer gewesen. Die Forscher beobachten Zebrafinken schon länger. Im Herbst 2019 hatten sie eine Studie veröffentlicht, wonach Küken, die mit Straßenlärm aufwuchsen, kleiner waren als solche aus einem ruhigen Nistplatz. Später würden sie den Rückstand zwar wieder aufholen, Langzeitfolgen seien aber nicht auszuschließen. Andere Untersuchungen ergaben beispielsweise, dass Vögel lauter und zu anderen Zeiten singen, um Straßengeräusche zu übertönen.
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Vogelküken an lauten Straßen lernen schlechter singen
Wie menschlische Kinder sind auch junge Singvögel besonders anfällig für Lärm. Langzeitfolgen sind dabei nicht auszuschließen.
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