9. August 2020 / Für die Karriere

Löschen, retten, bergen – Wenn jede Sekunde zählt

Kim Healy ist Brandmeisterin bei der Stadt Gütersloh

Brandmeisterin K. Healy
von VS

Immer dann, wenn es brennt oder Menschen in einer Notlage Hilfe benötigen, sind sie zur Stelle – die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr der Stadt Gütersloh. Kim Healy unterstützt seit 2011 das Team der Feuer- und Rettungswache. Nach ihrem Anerkennungsjahr im Rettungsdienst legte sie noch eine Ausbildung drauf und arbeitet jetzt als Brandmeisterin bei der Stadt Gütersloh.

„Einen anderen Job möchte ich nicht haben“, sagt Kim Healy. „In meinem Beruf ist kein Tag wie der andere.“ Seit Ende 2015 ist sie als ausgebildete Brandmeisterin zwei bis drei Mal die Woche im 24-Stunden-Dienst von acht bis acht Uhr eingesetzt. Ob Wohnungsbrand, Unwettereinsatz oder Verkehrsunfall – im Einsatz zählt jede Sekunde. Ausgerüstet mit Schutzkleidung stellt Healy sich gemeinsam mit ihren Kollegen jeder Situation. „Als Angriffstrupp identifizieren wir die Gefahrenquelle, bringen Menschen und Tiere in Sicherheit und leisten Erstversorgung und technische Hilfe“, berichtet die 28-Jährige. Dabei rückt ihr Team nicht nur zur Löschung eines Brandes aus, sondern kommt auch bei Verkehrsunfällen zum Einsatz.

Als Brandmeisterin gibt es für Kim Healy viele Einsatzmöglichkeiten. Zum Berufsalltag gehört auch der Dienst auf der Wache. Dann kümmert sie sich um Wartungsarbeiten und die Fahrzeugübernahme oder -reinigung. Aber auch die Materialbeschaffung und die Reinigung der Einsatzkleidung gehören zum Alltag dazu. Nach 19:30 Uhr endet die normale Arbeitszeit auf der Wache, dann beginnt der Bereitschaftsdienst. In dieser Zeit können die Teams Sport treiben, kochen oder fernsehen und schlafen – so lange, bis sie zu einem neuen Einsatz gerufen werden. „Teamarbeit wird bei uns großgeschrieben“, unterstreicht Healy. Nicht nur auf der Wache, sondern auch im Einsatz können sich die Kollegen jederzeit aufeinander verlassen.

Ihre Karriere bei der Feuerwehr Gütersloh startete Kim Healy mit einer Ausbildung zur Rettungsassistentin. Nach der einjährigen schulischen Ausbildung schloss sie ihr Anerkennungsjahr bei der Feuerwehr ab. „Ich wollte schon immer in einen medizinischen Beruf arbeiten“, erklärt sie ihre berufliche Entscheidung. „Heute braucht man eine Ausbildung zum Notfallsanitäter, um in den Rettungsdienst einzusteigen.“ Denn die Ausbildung zum Rettungsassistenten gibt es so nicht mehr: Die Notfallsanitäter-Ausbildung hat diese abgelöst und ist nun die höchste nicht-ärztliche Qualifizierung im Rettungsdienst. Durch eine staatliche Ergänzungsprüfung hat Kim Healy die Weiterqualifizierung zur Notfallsanitäterin abgeschlossen. Nach zwei Jahren Berufserfahrung entschied sich die Gütersloherin zur 18-monatigen Brandmeisteranwärterausbildung und den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst. Diese Entscheidung hat sie nie bereut. Bevor sie die Ausbildung beginnen konnte, musste sie einen Eignungstest absolvieren. Dort wurden außer der sportlichen Leistungsfähigkeit und der Motorik auch das Allgemeinwissen sowie Deutsch- und Mathekenntnisse geprüft. „Die Ausbildung ist umfangreich und anspruchsvoll, aber auf jeden Fall machbar“, unterstreicht die Feuerwehrfrau.

Im Ausbildungsverlauf standen Themenkomplexe wie „Brennen und Löschen“, „Mechanik“ oder „Elektrizitätslehre“ auf dem Lehrplan. Genauso wie „Fahrzeug- und Gerätekunde“ oder „Einsatzlehre“. Theorie und praktische Einsatzübungen absolvierte Healy in verschiedenen Rettungsszenarien innerhalb einer Aufbauausbildung. Ein Motorsägen-Lehrgang und das Steuern der großen Drehleiter gehörten genauso dazu wie der Erwerb der Fahrerlaubnis Klasse C, um große Fahrzeuge lenken zu dürfen. Ein Rettungssanitäter-Lehrgang sowie zwei Wachpraktika bei den Angriffstrupps der taktischen Einheit der Berufsfeuerwehren in Gütersloh und Bielefeld komplettierten ihre Ausbildung. Jetzt erlebt Kim Healy als Oberbrandmeisterin und Notfallsanitäterin im Angriffs- oder Wassertrupp der Berufsfeuerwehr Gütersloh jeden Tag etwas anderes. Außerdem übernimmt sie die Aufgaben einer Maschinistin und ist als psychosoziale Ansprechpartnerin in den Dienstgruppen tätig. Und in diesem Jahr geht es für sie noch weiter: Im September steht ihre Beförderung zur Hauptbrandmeisterin an.

Die Stadt Gütersloh bildet 2021 im Ausbildungsberuf „Brandmeister/ Brandmeisterin“ aus. Wer Teil des Teams werden möchte, findet weitere Informationen sowie die Voraussetzungen unter www.ausbildung.guetersloh.de.

Infobox: Brandmeister*in
Bewerbungsfrist: 15. August 2020
Ausbildungsbeginn: 1. April 2021
Ausbildungsorte: Feuer- und Rettungswache Gütersloh; Lehrrettungswachen Ausbildungsdauer: 18 Monate
Ausbildungsvergütung: 2.470 Euro
Erforderlicher Abschluss: Hauptschulabschluss oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsabschluss. Eine für den feuerwehrtechnischen Dienst geeignete und mindestens mit der Note „befriedigend“ bestandene Berufsausbildung oder erfolgreiche Gesellenprüfung.

Bildzeile: Löschen, retten, bergen: Als Brandmeisterin bei der Stadt Gütersloh zählt für Kim Healy im Einsatz jede Sekunde. Bildnachweis: Matthias Kirchhoff für Stadt Gütersloh.

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