Auf Twitter gibt sich «Curiosity» ganz bescheiden: Als «freundlicher Nachbarschaftsrover der Nasa auf dem Mars» beschreibt das Team den Roboter dort - dabei lassen allein schon die mehr als 4,3 Millionen Fans auf der sozialen Plattform erahnen, dass «Curiosity» weit mehr ist. Der am Samstag (6. August) vor zehn Jahren gelandete Rover hat mit seinen wissenschaftlichen Erkundungen auf dem Roten Planeten Forscher und Fans auf der ganzen Welt begeistert, das Image der Nasa aufpoliert - und den Grundstein für die Weiterentwicklung der Mars-Erkundung gelegt. Die ursprünglich von der Nasa ausgegebenen Ziele der Mission hat «Curiosity» (Neugier) längst erreicht: Zwei Jahre durch den Gale-Krater auf dem Mars rollen? Erledigt. Nachweisen, dass auf dem Roten Planeten einst Leben möglich war? Erledigt. Die Laufzeit der Mission ist gerade noch einmal offiziell um drei Jahre verlängert worden, läuft inoffiziell aber sowieso schon unter «solange wie möglich». Zwar gibt es immer wieder kleinere Problemchen, vor allem mit den Rädern, aber der Rover sei «robust gebaut» und - angesichts dessen, was er schon alles hinter sich hat - in gutem Zustand, heißt es von seinem Team. Dass die Ankunft von «Curiosity» auf dem Mars - nach sechs Jahren Entwicklung, Kosten von fast zwei Milliarden Euro, acht Monaten Flug durchs All und einem komplizierten Landemanöver - so reibungslos klappte, hatte vor zehn Jahren im Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena für Jubel, Klatschen und Freudentränen gesorgt. «Es kommt mir vor, als wären wir bei den Olympischen Spielen», hatte der Direktor des Kontrollzentrums, Charles Elachi, damals gesagt. «Und dieses Team hat gerade Gold gewonnen.» Der damalige US-Präsident Barack Obama feierte die Landung als eine «beispiellose Technologie-Leistung». «Heute haben die USA auf dem Mars Geschichte geschrieben.» Kurz darauf schickte der rund 900 Kilogramm schwere sechsrädrige Rover von der Größe eines Kleinwagens dann erste grobkörnige Bilder zur Erde, die weitere Begeisterungsstürme auslösten. Später begann der mit einer Atombatterie betriebene Rover zu rollen, schickte mehr und höher aufgelöste Fotos und setzte seine wissenschaftlichen Instrumente ein. «Curiosity» kann zum Beispiel Bodenproben nehmen und in einem eigenen Labor gleich analysieren. Außerdem hat der Rover mehrere Kameras, einen Laser, eine Wetterstation, ein Strahlenmessgerät und ein Gerät zum Aufspüren von Wasserstoff an Bord. Inzwischen hat «Curiosity» schon knapp eine Million Bilder zur Erde geschickt - und der Wissenschaft zu vielen Erkenntnissen verholfen. Schon zu Beginn der Mission hatte die Nasa «Entdeckungen jenseits unserer Vorstellungskraft» versprochen. Der Rover ist - auch dank einer ausgeklügelten und preisgekrönten Social-Media-Strategie - nach wie vor Publikumsliebling, technisch aber schon überholt. Im November kam der stationäre Lander «Insight» auf dem Mars an, im vergangenen Jahr der Rover «Perseverance» (Durchhaltevermögen), der quasi eine Art «Curiosity 2.0» ist. «Perseverance» nimmt Töne und Videos auf, hat sogar einen kleinen Hubschrauber dabei und soll eine Probe vom Mars zurück zur Erde schicken. Die beiden Rover seien aber keine Konkurrenten, sondern ergänzten sich, betont die Nasa - und ließen «Curiosity» jüngst via Twitter an «Perseverance» schreiben: «Danke, dass du zu mir dazugestoßen bist, um neue Wege zum Verständnis unseres Universums zu finden. Unbekannte Territorien zu erkunden geht ein bisschen einfacher, wenn man weiß, dass ein Freund dieselbe Welt teilt.»Das waren die ursprünglichen Ziele von «Curiosity»
Erste Bilder erreichen die Erde
Nachfolger «Perseverance» ist «Curiosity 2.0»
Bildnachweis: © Curiosity/NASA/JPL-Caltech /dpa
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«Curiosity» seit zehn Jahren auf dem Mars
Sechs Jahre Entwicklung, fast zwei Milliarden Euro, acht Monate Flug durchs All, dann landete «Curiosity» vor zehn Jahren auf dem Mars. Der Publikumsliebling rollt noch immer.
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