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Stadtbäume im Klimawandel

Stadtbäume im Klimawandel

Bäume sehen nicht nur schön aus, sondern sie sind auch ein wichtiges ökologisches Element in der Stadt. Sie kühlen die Stadt ab, dienen als Sauerstoffspender oder bieten Auffangflächen für Regenwasser. Der Klimawandel und die immer extremeren Wetterbedingungen machen den Bäumen allerdings immer mehr zu schaffen. Deshalb werden bereits seit einigen Jahren ‚neue‘ Baumarten in Gütersloh angepflanzt, die mit Hitze und Trockenheit besser zurecht kommen.

Angesichts des sich verändernden Stadtklimas wächst die Bedeutung der Stadtbäume enorm: „Die Strahlungshitze der Gebäude und Straßen führt zu höheren Temperaturen in der Stadt. Urbane Grünanlagen, Bäume und Wasserflächen haben deshalb eine hohe Bedeutung für das innerstädtische Klima – sie kühlen die Stadt ab“, erklärt Daniela Toman, Fachbereich Grünflächen, Stadt Gütersloh. Grünflächen speichern Regenwasser. Das langsame Verdunsten an der Oberfläche der Pflanzen kühlt dann die Luft im Stadtraum ab. Eine Überhitzung der Stadt sowie Wärmeinseleffekte und Hitzestress für die Bevölkerung könnten so vermieden werden, so Toman. 

Extreme Trockenperioden im Zuge des Klimawandels, sowie zunehmender Schädlingsbefall und Pflanzenkrankheiten sind die Probleme des Gütersloher Baumbestandes. Wobei Bäume, die von der Hitze gestresst sind, außerdem anfälliger für Schädling und Krankheiten sind. Die Gesundheit der rund 53.000 Stadtbäume hat der Fachbereich Grünflächen mittels einer regelmäßigen Baumkontrolle stets im Blick. Für die Zukunft liegt aufgrund der länger anhaltenden Stresssituationen aber außerdem ein besonderes Augenmerk auf der Auswahl der Baumarten und Standorte.

Die häufigsten Baumarten in Gütersloh sind Eiche, Linde, Birke, Hainbuche, Erle, Platane, Buche und Kiefer. Es habe sich allerdings gezeigt, dass es für den städtischen Bereich vorteilhaftere Alternativen gäbe: „Es gibt Baumarten, die weniger anfällig für extremere Wetterverhältnisse sind“, erklärt Toman.

Der Fachbereich Grünflächen der Stadt Gütersloh hat deshalb im Jahr 2012 damit begonnen, verschiedene ‚neue‘ Baumarten aufzupflanzen und ihre Vitalität kontinuierlich zu überprüfen. Ein Versuch aus Bayern bietet dabei Orientierungshilfe. Seit 2009 hat die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau 460 Versuchsbäume verschiedener Arten gepflanzt. Wichtige Kriterien bei der Artenauswahl sind Trockentoleranz, Frosthärte und geringe Krankheits- und Schädlingsanfälligkeit. Auf die Erfahrungen aus diesem Versuch möchte die Stadt Gütersloh aufbauen: „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden“, sagt Toman. Auch in Gütersloh sind bereits Arten gepflanzt worden, die auch in Bayern ausprobiert wurden und erste Anzeichen für eine gute Entwicklung zeigen. So befinden sich bereits etwa 90 Exemplare ‚neuer‘ Baumarten an städtischen Straßen. „Wir beobachten jetzt, wie sich die ‚neuen‘ Arten entwickeln. Sicher ist aber auch, dass Eichen, Buchen oder andere heimische Bäume nicht aus dem Stadtbild verschwinden werden“, sagt Toman. Erste Tendenzen würden zeigen, dass vor allem die Europäische Hopfenbuche, die Zerr- und die ungarische Eiche sehr gut mit dem Stadtklima zurecht kämen.

Bild: Daniela Toman (Fachbereich Grünflächen) neben der Ungarischen Eiche, einer ‚neuen‘ Straßenbaumart.

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