Vom Platz für Autos zum Platz für Menschen

Vom Platz für Autos zum Platz für Menschen

Der Konrad-Adenauer-Platz, besser bekannt als Parkplatz vor dem Rathaus, wird schön gemacht - zum Ankommen und zum Bleiben. Schön grün soll er werden, mit Wasserfontänen und Sitzgelegenheiten. Ein Treffpunkt und ein Zielort beim Stadtbummel. Kurzum: ein Platz mit Aufenthaltsqualität statt Kurzzeit-Parkplatz. Am Montag, 7. Mai, beginnen die Umgestaltungsarbeiten. Bis Ende des Jahres, so der Plan, sollen sie abgeschlossen sein.

Rund 4800 Quadratmeter umfasst das Baugelände zwischen Rathaus, Berliner und Strengerstraße. Ins Auge fällt auf den ersten Blick ein großes Rasenplateau, betreten ausdrücklich erlaubt. Oder am Rand sitzen, denn die ca. 50 Zentimeter hohe Einfassung  ist gleichzeitig eine Rundum-Sitzbank, weitere  Bänke werden auf dem Platz verteilt sein. Ebenfalls ein Hingucker neben dieser "grünen Mitte": ein Fontänenfeld im Bereich der Sparkasse, zur Abkühlung im Sommer nutzbar.  Grün bleibt es auch zur Berliner Straße hin: Platanen, Beete und steinerne Einfassungen mit Holzauflagen laden zum Pause machen ein. Aus der Fußgängerzone kommend sehen die Innenstadt-Besucher in Zukunft also einen offenen,  grünen Platz statt eines abgeschlossenen Vierecks, einen Platz, der auch abends mit einem ansprechenden Beleuchtungskonzept einladend bleibt. Ein Platz, auf dem es WLAN gibt und an dessen Rand genügend Fahrrad-Stellplätze installiert sind.

Die Umgestaltungsmaßnahme ist Teil des Programms zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt - so wie im „Integrierten Stadtentwicklungskonzept“- kurz ISEK - niedergelegt. Zu 70 Prozent aus entsprechenden Programmen von Land und Bund gefördert, investiert die Stadt Gütersloh damit für die Zukunft und setzt ein lange gehegtes Projekt um.

Bereits in den Neunziger Jahren stand der Platz auf der Agenda der Pläne zur Innenstadt-Gestaltung. Im Jahr 2007 gewann das Architekturbüro Lohaus + Carl, ... Hannover. Er ist die Grundlage für den neuen Konrad-Adenauer-Platz geblieben. Die Elemente des Entwurfs und verschiedene Varianten wurden in einem umfassenden Bürgerbeteiligungsprozess auf ihre "Tauglichkeit" geprüft und diskutiert - in drei Workshops und online gingen zahlreiche Hinweise und Anregungen zu vielen Details und ein, aber die zentralen Grundelemente - Wasser, Grün, Sitzgelegenheiten - erlangten von vornherein einhellige Zustimmung. Diskutiert wurde über den Wegfall der Kurzzeit-Parkplätze vor dem Rathaus . Sie werden zum Teil durch eine Neuordnung der Stellplätze an der Berliner Straße ersetzt, aber auch in der unmittelbaren Umgebung gibt es genügend Kapazitäten in Tiefgaragen, auf dem Marktplatz (1 Euro Tagesgebühr) oder ab 16.30 Uhr und am Wochenende auch hinter dem Rathaus.

Durch Neuordnung der Stellflächen an der Berliner Straße wird es auch während der Umbauzeit mehr Kurzzeitparkplätze als bisher, inklusive drei Behindertenparkplätze, geben. Die Durchfahrt von der Strengerstraße in die Berliner Straße bleibt auch während der Bauzeit unverändert, auch die Bushaltestelle bleibt an der gewohnten Stelle.

Die Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes, für die der städtische Fachbereich Grünflächen unter der Projektleitung von Dirk Buddenberg die Federführung hat, erfolgt in mehreren Bauabschnitten. So bleiben die Zugänge zum Rathaus und zur Sparkasse immer gewährleistet, auch wenn in den nächsten Monaten der Bauzaun das Bild des Platzes prägen wird. Er wird als Informationsfläche genutzt, denn darauf ist zu sehen, wie es hier aussehen wird, wenn die Bagger

und Baumaschinen wieder abgezogen sind. Und auch Infos über Parkmöglichkeiten in der Umgebung werden die Innenstadt-Besucher auf einem Bauzaun-Banner finden.

„Baustellenticket“ als Anreiz zum Umsteigen auf den Bus
Ein Anreiz, beim Wochenend-Einkauf vom Auto auf den Bus umzusteigen, gibt das "Baustellenticket", das die Stadt zusammen mit den Stadtwerken für die Bauzeit aufgelegt hat.  Ein Euro kostet ab Freitagmittag und am ganzen Samstag bis 20 Uhr auf allen Stadtbus--und Regionalbuslinien ein Ticket, Kinder fahren kostenlos. Bis zum Ende des Jahres gilt diese Vereinbarung. Dann soll der neue Platz - wenn keine Überraschungen im Untergrund des Platz zu Verzögerungen führen -  den Bürgern und Bürgerinnen übergeben werden. Vielleicht kann er seine Wintertauglichkeit dann gleich bei einem Glas Punsch beweisen.

Alle Informationen zur Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes auf der Website der Stadt Gütersloh unter der Adresse www.kap.guetersloh.de

Bilder:
„Grüne Mitte“: Die Visualisierung richtet den Blick auf die zukünftige Gesamtansicht des Platzes

Ein Platz für Menschen statt für Autos: mit Wasser, viel Grün und viel Platz zum Bleiben.

„Vorher-nachher“: Projektleiter Dirk Buddenberg, Beigeordnete Christine Lang, Stadtbaurätin Nina Herrling und Bürgermeister Henning Schulz (v.l.) präsentieren die zukünftige Ansicht am Ort des Geschehens auf dem Konras-Adenauer-Platz

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